Im Stau nach Zürich

Im Stau nach Zürich

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Astra
Ein Teilstück der Autobahnumfahrung von Bern, eine der meistbefahrenen Strecken der Schweiz, wird ab März 2010 umfassend saniert. Zwei Sommer lang stehen zwischen Bern-Neufeld und der Verzweigung Wankdorf Richtung Zürich nur zwei statt drei Spuren zur Verfügung.
Astra
Quelle: 
Astra
Die Stadttangente Bern gehört zu den am stärksten befahrenen Strecken im schweizerischen Nationalstrassennetz.


Zwischen dem Anschluss Bern-Neufeld und der Verzweigung Wankdorf werden auf allen Brücken Randmauern, Abdichtungen und Belag erneuert. Das im Mittelstreifen bestehende Leitschrankensystem auf den Viadukten und Brücken wird durch ein mobiles System ersetzt. «Diese ‹Neue Mitte› erhöht die Sicherheit und ermöglicht eine flexible Verkehrsführung bei Bau- und Unterhaltsarbeiten», schreibt das Bundesamt für Strassen (Astra). Den Bauabschluss bilden allgemeine Belags- und Markierungsarbeiten. Zwischen dem östlichen Ende des Felsenauviadukts (Ittgrabenbrücke) und der Verzweigung Wankdorf erhält die A1 in beiden Fahrtrichtungen je einen zusätzlichen Fahr- sowie Standstreifen.

Um die Zusammenführung der Verkehrsströme aus Richtung Zürich (A1) und Thun (A6) im Bereich Wylerholz zu verbessern, wird die Einfahrtsspur verlängert und damit das «Einfädeln» erleichtert. In der Gegenrichtung sind die gleichen Ergänzungen vorgesehen, um eine flüssigere Verkehrsabwicklung zu gewährleisten. Die Stand- und Fahrstreifenergänzungen im Bereich Wylerholz bedingen eine leichte Verlegung der Stauffacherstrasse. Eine zusätzliche Verbesserung des Verkehrsflusses wird erreicht, indem auch die Ittgrabenbrücke beidseitig mit einem Fahr- und Standstreifen ergänzt wird. Damit dies möglich ist, wird die Brücke auf beiden Seiten um je 5,6 Meter verbreitert. Auf eine Verbreiterung des Felsenauviadukts und die Realisierung eines durchgehenden Standstreifens wird vorerst verzichtet.

Stau einplanen

Vor allem in den abendlichen Stosszeiten sei auf den Autobahnen A1 und A12 bei Bern in Richtung Zürich mit stockendem oder stehendem Verkehr zu rechnen, sagte ein Mitglied des Astra vor den Medien in Bern. Das Astra wird in den beiden Jahren keine Umfahrungen empfehlen. Die Strassen in der Stadt und der Region Bern seien bereits am Limit, hiess es weiter. Trotz Staus bleibe das Befahren der Autobahn die schnellste Art, die Stadt Bern zu umfahren. Dennoch rechnet die Stadt Bern auf ihren Strassen mit Mehrverkehr. Zusammen mit dem Astra trifft sie flankierende Massnahmen. Dazu gehört, dass bei den Autobahnanschlüssen Bern-Neufeld und Bern-Forsthaus Lichtsignalanlagen installiert werden, die den Verkehr Richtung Autobahn dosieren. Während der zweijährigen Hauptarbeiten stehen zwischen Neufeld und Wankdorf in Fahrtrichtung Zürich nur noch zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung. Zu den flankierenden Massnahmen gehört auch eine Medienkampagne. Mit ihr wollen die Behörden die Bevölkerung des Kantons und der Region Bern zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegen.

Sieben Teilprojekte

Die Stadttangente Bern gehört im Abschnitt Neufeld– Wankdorf mit täglich 100 000 Fahrzeugen zu den am stärksten befahrenen Strecken im schweizerischen Nationalstrassennetz. An der Strassenanlage müssen Teile alters- und verschleissbedingt ersetzt oder verstärkt werden. Die übrige Bausubstanz soll so instand gesetzt werden, dass sie zukünftigen Beanspruchungen Stand hält und den heutigen Anforderungen an eine Hochleistungsstrasse punkto Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit – Lärm, Luft, Entwässerung, Störfall – und flüssigem Befahren ohne Stau gerecht wird. Über einen erweiterten Projektperimeter werden die Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen ersetzt. Dazu gehören unter anderem die gesamten Kabelrohranlagen, die Fahrbahnbeleuchtungen, Verkehrsflussmessungen, Verkehrsfernsehen, Wegweisung und Signalisation mit den entsprechenden Steuerungen.

Das Projekt «Stadttangente Bern» umfasst sieben Teilprojekte. Bei allen handelt es sich um Autobahn-Teilstücke: Neufeld-Wankdorf, Neufeld-Bethlehem, Wankdorfdreieck mit den zwei Rampen zur A1 und A1/A6, Anschluss Wankdorf, Stauffacherstrasse und Weyermannshaus. Die Autobahnteilstücke müssen 30 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme erneuert und teilweise erweitert werden. Die Hauptarbeiten finden 2010 bis 2011 statt.

Kernelement des Projekts ist die Erneuerung der ganzen Strassenanlage mit über 50 Kunstbauten, darunter der Felsenau- und der Weyermannshausviadukt sowie die Brücke über die SBB beim Anschluss Wankdorf. Bei der Verzweigung Wankdorf entstehen zusätzliche Fahrstreifen. Zudem sind über die ganze Strecke Anpassungen an die heute geltenden Umweltvorschriften nötig. Zum Erhaltungsprojekt der Stadttangente gehört ausserdem das Projekt «Anschluss Wankdorf». Dieses sieht am Schermenweg eine zusätzliche Autobahnein- und -ausfahrt Richtung Zürich vor.

Vorbereitende Arbeiten im Wankdorfdreieck und bei der Verzweigung Weyermannshaus sind seit 2008 im Gang. Ebenfalls bereits erfolgt sind die Ausbauarbeiten am Schermenweg als Voraussetzung dafür, dass der Kanton Bern mit den Hauptarbeiten für die Umgestaltung des Wankdorfplatzes beginnen kann. Durch die vorbereitenden Arbeiten wird das Bauprogramm der Stadttangente während der Hauptbauphase entlastet. Die Federführung für die Gesamterneuerung der Stadttangente Bern liegt seit 1. Januar 2008 beim Bundesamt für Strassen, Filiale Thun.

Gleichzeitig mit den Hauptarbeiten zur Erneuerung der Stadttangente sind in der Stadt Bern verschiedene grössere Bauprojekte wie das Tram Bern West, der Neubau der Kehrichtverwertungsanlage oder die Umgestaltung des Wankdorfplatzes im Gang, die sich ebenfalls auf den Verkehr auswirken. (sda/pd)
 

Hintergrund

Das Projekt «Gesamterneuerung Stadttangente Bern» umfasst das gesamte Teilstück zwischen den Anschlüssen Bern-Bethlehem und Bern-Bümpliz einerseits und der Verzweigung Bern-Wankdorf andererseits. Kernelement des Projekts ist die Erneuerung der ganzen Strassenanlage mit über 50 Kunstbauten, darunter der Felsenau- und der Weyermannshausviadukt sowie die Brücke über die SBB beim Anschluss Wankdorf. Bei der Verzweigung Wankdorf entstehen zusätzliche Fahrstreifen. Zudem sind über die ganze Strecke Anpassungen an die heute geltenden Umweltvorschriften nötig. Zum Erhaltungsprojekt der Stadttangente gehört ausserdem das Projekt «Anschluss Wankdorf». Dieses sieht am Schermenweg eine zusätzliche Autobahnein- und -ausfahrt Richtung Zürich vor.
 
Mit Ausnahme des Anschlusses Wankdorf sind die Hauptarbeiten für 2010 und 2011 vorgesehen. Beim Anschluss Wankdorf dauern die sehr komplexen Arbeiten, die unter Verkehr ausgeführt werden müssen, bis in den Herbst 2012. Ein besonderer Knackpunkt wird hier der Abbruch und der Neubau der Brücke über die SBB sein. Vorgezogen werden jene Arbeiten, die ohne wesentliche Verkehrseinschränkungen ausgeführt werden können.Um die Stadttangente bis zur Erneuerung funktionstüchtig zu erhalten, waren in den letzten Jahren über den ganzen Abschnitt dringliche Instandsetzungsmassnahmen notwendig.