Im Museum für Digitale Kunst sind die Roboter los

Im Museum für Digitale Kunst sind die Roboter los

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Digital Arts Association

Bauen und Konstruieren an der Grenze von Wissenschaft und Kunst und um die Chancen, die sich daraus ergeben können – das ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Museum für Digitale Kunst (MuDA) in Zürich. Sie ist den Architekten und ETH-Professoren Fabio Gramazio und Matthias Kohler gewidmet. Ihre Namen trägt nicht nur ihr Architekturbüro, sondern auch eine Abteilung an der ETH. Hier erforschen Gramazio und Kohler die Möglichkeiten digitaler Fabrikation.

In der kleinen Schau kann man verschiedene Installationen bewundern und künstichen Helfern bei der Arbeit zusehen. Dies gilt etwa für einen Roboter, der Sandkörner vom Boden aufsaugt, diese wieder ausstösst und dabei sanfte Dünenmuster schafft. Faszinierend sind auch die beiden Roboterarme, die mit Hilfe von Ultraschallwellen ein Kügelchen durch die Luft schweben lassen. Zudem wird noch eine sieben Meter lange Leuchtröhre der besonderen Art präsentiert: Sie war Teil der vorletzten Weihnachtsbeleuchtung der Zürcher Bahnhofstrasse, die für heftige Kontroversen gesorgt hatte und schliesslich einem glitzernden LED-Gestöber weichen musste. Zusätzlich stellen Videos weitere Experimente sowie zwei spektakuläre Projekte vor. Dies gilt für die Installation «Flight Assembled Architecture», bei der fliegende Roboter eine Mauer bauen. Nicht weniger eindrücklich ist «Rock Print» (Bild): Hier schafft ein 3D-Drucker ein Gerüst, in das gleichzeitig Schüttmaterial gegeben wird und so komplexe Formen möglich macht.

Das MuDA ist laut eigenen Angaben das erste «physische und virtuelle Museum» Europas für digitale Kunst. Die Ausstellungen werden jeweils einem Künstler oder Künstlerkollektiv gewidmet. Diese wiederum wählt ein Algorithmus namens «Hal 101» aus. Dadurch soll laut Website des Museums gewährleistet werden, dass weder Nationalität, noch Alter, Geschlecht oder finanzielle Faktoren eine Rolle spielen. Die Ausstellungsstätte geht auch bei ihrer  Finanzierung digitale Wege. Der grösste Teil der Baukosten wurde mittels Crowdfunding bestritten. Zudem wird auf Partnerschaften gesetzt, unter anderem mit Microsoft.

Etwas Besonderes ist übrigens auch das Gebäude, in dem das MuDA untergebracht wurde: Es befindet sich im Parterre des alten Migros-Hochhauses. 1959 erbaut und 58 Meter hoch, ist es eines der ersten Hochhäuser der Schweiz.(mai)

Gramazio Kohler bis 16. Juli
Ort: Museum of Digital Art, Pfingstweidstrasse 101, 8005 Zürich
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 19 Uhr
Weitere Informationen. www.muda.co