Im Luzerner Gletschergarten wird gebohrt

Im Luzerner Gletschergarten wird gebohrt

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Teaserbild-Quelle: Robert Wicki, Gletschergarten

Es kommt Bewegung in den Aus- und Umbau des Luzerner Gletschergartens: Zurzeit laufen Bohrungen, mit welchen Daten für die Planung seiner unterirdischen Erweiterung gesammelt werden. Und noch dieses Halbjahr will man das Baubewilligungsverfahren lancieren.  

Der Luzerner Gletschergarten soll erweitert werden, indem in den Fels hinein gebaut wird:  Im Berginnern sind ein Erlebnisweg zur  Geschichte der Erde und weitere Ausstellungsräume.  geplant. Letztere ersetzen die Anbauten des denkmalgeschützten 140jährigen Hauptgebäudes, die abgerissen werden. Zudem wird auch das Spiegellabyrinth unter die Erde verlegt und die dazugehörige Parkanlage erweitert. Das  „Projekt Fels“ stammt aus der Feder von Miller & Maranta, und kosten soll das Bauvorhaben rund 20 Millionen. Vergangenen Dezember zeigte sich, dass der Gletschergarten die Realisierung verschieben muss. Die Finanzierung sei ins Stocken geraten, berichtete damals die „Zentralschweiz am Sonntag“. Allerdings kündigte man auch an, dieses Jahr eine breit angelegte Sammelkampagne zu starten.

Nun scheint Bewegung in das ambitionierte Projekt zu kommen: Dieser Tage wurde im Gletschergarten ein schweres Bohrgerät für eine 50 Meter tiefen Kernbohrung installiert. Damit will man genauere Kenntnisse über die Geologie des Untergrunds gewinnen, das heisst mehr über Schichtaufbau und Zusammensetzung der Gesteine erfahren. „Mit den laufenden Untersuchungen erarbeiten wir präzise Grundlagen für den sicheren Bau und die optimale Architektur des geplanten Erlebnisweges im Felsinnern“, erklärt dazu Andreas Burri, Direktor des Gletschergartens. Nicht nur aus Sicht der Bauleute machen die Bohrungen Sinn.  Denn obwohl der Luzerner Sandstein gut erforscht ist, birgt er Geheimnisse: „In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich werden kleinste Teilchen wie etwa Quarzkörnchen oder Zirkone untersucht, die uns Hinweise geben auf die frühe Geschichte des Luzerner Sandsteins“, sagt Burri.  Diese für die Inszenierung wichtigen Ergebnisse erwarte man noch diesen Sommer. (mai)