Im Licht versunkener Häuser

Im Licht versunkener Häuser

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Teaserbild-Quelle: zvg
„The Light of Tomorrow“ oder „das Licht von Morgen“ – darum ging es am internationalen Velux Award für Studenten, den der Dachfensterhersteller alle zwei Jahre vergibt. Auf dem ersten Platz landete das Team von Bo Li und Ge Men, zwei chinesischen Studenten von der ETH Zürich.
 
 
Mit ihrem poetischen Projekt blicken sie nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit. Dazu gingen sie von einem Dorf im Gebirge aus, dass von einem Erdrutsch begraben wurde.
 
Als Erinnerung an die verschütteten Bauten stellen sie 700 Stäbe aus transparentem Thermoplast in einer begehbaren künstlichen unterirdischen Grotte auf, die sie in Form von Häusern arrangieren. In der Grottendecke sind Öffnungen angebracht, damit sich das Tageslicht im Kunststoff der Stäbe brechen und auf den Boden fallen kann. Zudem soll das Monument dazu einladen, ­zwischen den Stäben hindurch zu gehen. Darum schlagen Bo Li und Ge Men vor, die Stäbe in einem Abstand von 70 Zentimetern aufzustellen. Ihre Vision überzeugte die Jury: «Das ­Projekt beeindruckt, weil es die Landschaft mit einbezieht und Tageslicht dorthin bringt, wo man es nicht erwartet.»
 
Den zweiten Preis gewannen Studenten der koreanischen Inje-Universität. Ihr Projekt soll mongolischen Nomaden tags Schatten und nachts Licht bringen. Den dritten Platz teilt sich ein Team der technischen Universität Krakau mit Teilnehmern der chinesischen Universität Tongji. «Studenten sind fähig, um die Ecke zu denken», kommentierte Jurymitglied und Architekt Per ­Arnold Andersen die Wettbewerbsbeiträge. «Uns sind grossartige Experimente und Untersuchungen begegnet.» Dies sei eine hervorragende ­Inspirationsquelle für die Zukufnt. (mai)