Im Innern des neuen Landesmuseums

Im Innern des neuen Landesmuseums

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Der neue Flügel des Landesmuseums vom Platzspitzpark aus gesehen. (Roman Keller / PD) 1/9

Zwar öffnet der Erweiterungsbau des Landesmuseums in Zürich erst am 1. August seine Pforten für die Öffentlichkeit. Im Rahmen der Jahresmedienkonferenz gewährte Architekt Manuel Christ von Christ & Gantenbein aber schon heute mit einer Führung erste Blicke in die archaisch anmutenden Räume.

Das erneuerte Landesmuseum setzt sich aus zwei unterschiedlichen Teilen zusammen: aus Gustav Gulls historistischem Komplext und dem neuen Flügel aus der Feder von Christ &Gantenbein. Dieser verbindet den wie ein offenes U angelegten alten Teil und schafft damit einen neuen Innenhof. Zentrales Motiv des Neubaus ist die Brücke. Sie spannt sich über einen grossen Raum mit Wasserbecken, der den neuen Innenhof mit dem hinter dem Museum liegenden Platzspitzpark verbindet.

So unterschiedlich Alt- und Neubau seien, so sehr würden auch architektonische Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten thematisiert, schreibt das Landesmuseum in seiner Medienmitteilung. So entsprechen etwa die massigen, 80 Zentimeter dicken Steinwände des Gull-Baus den Wärmedämmanforderungen von Minergie-P Eco. Und für den Neubau wurde eigens ein den Tuffsteinfassaden des alten Bereichs entsprechender Tuffbeton entwickelt.

Im Innern nehmen die geschliffenen Betonböden des Neubaus Bezug zu den Terrazzoböden im Altbau. Auch sonst dominiert der Beton: Zusammen mit den bewusst inszenierten Technikelementen an den Decken lasse er eine moderne, beinahe industriell anmutende Raumatmosphäre entstehen, teilt das Museum mit. „Die neuen Räume des Landesmuseums sind als museale Werkhallen konzipiert – bewahrend und experimentell zugleich.“

Aufwendige Sanierungsarbeiten

Neben dem Neubau wurde im Zuge der Bauarbeiten ein grosser Teil des Altbaus nach denkmalpflegerischen Grundsätzen saniert und bezüglich Erdbebensicherheit- und Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. So wurde der Haupteingang des gesamten Museums zwischen den alten Museumstrakt und dem neuen Flügel verlegt. Des Weiteren wurde auch die gesamte Besucherinfrastruktur mit Foyer, Garderoben, Shop und Restaurant neu konzipiert. Zudem befindet sich in den Obergeschossen des historischen Limmatflügels neu ein öffentliches Studienzentrum. Und die Räume für die Museumsverwaltung wurden nun im Dachgeschoss des alten Museumsbaus untergebracht.

Allerdings ist das Projekt noch nicht ganz abgeschlossen: In einer letzten Sanierungsetappe werden zwischen 2017 und 2020 der Westflügel und der Turm renoviert. (mai/mgt)