Im Frühling macht der Taj Mahal eine Schlammkur

Im Frühling macht der Taj Mahal eine Schlammkur

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Die indische Millionenmetropole Agra leidet unter dem Smog. Und die Luftverschmutzung setzt dort neben den Bewohnern auch den Bauwerken zu. Besonders augenfällig zeigt sich dies am Taj Mahal.

Als Grossmogul Shah Jahan das Mausoleum vor rund 350 Jahren für seine Lieblingsfrau errichtete, leuchtete seine Marmorfassade schneeweiss. Doch mittlerweile hat sich die Anlage wegen der dreckigen Luft gelblich verfärbt. Eine Schlammpackung soll dem Monument nun seine ursprüngliche Schönheit zurückgeben. Wie das geht, wissen indische Archäologen. Sie setzen dabei auf ein altes indisches Mittel zur Gesichtspflege: Multani mitti ist eine Paste aus kalkhaltigem Lehm. Die Masse wird als dünne Schicht auf den Stein aufgetragen. Danach deckt man sie mit Polyäthylenfolie ab, um die Wirkung zu intensivieren. Ist der Schlamm getrocknet, werden die Blachen entfernt und die Paste abgewaschen. Die Wirkung der Kur beruht darauf, dass der Schlamm den Schmutz während des Trocknens aus dem Stein zieht.

Weil die Schönheitsbehandlung Zeit braucht, muss sich beeilen, wer den Taj Mahal in den kommenden Monaten noch sehen will. Läuft alles nach Plan, startet die «Therapie» im April. Dafür wird das gesamte Bauwerk eingerüstet. Aber immerhin ist es bereits jetzt nicht immer in seiner ganzen Pracht zu sehen: Denn die Schlammpackung ist lediglich Teil eines grossen Sanierungsprojektes, das September 2015 startete und 2018 abgeschlossen sein soll. (mai)