Illegales Bauen in Verbier: «Gemeinde hat Fehler gemacht»

Illegales Bauen in Verbier: «Gemeinde hat Fehler gemacht»

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Im Walliser Skiort Verbier sind 15 Bauprojekte bewilligt worden, obwohl sie gegen die kantonale Bauordnung, die Lex Koller oder das Zweitwohnungsgesetz verstossen. Das zeigt ein Expertenbericht. Ob diese 15 Dossiers nur die Spitze des Eisbergs sind, bleibt unklar.

«Die Gemeinde hat Fehler gemacht. Sie hat ihre Kontrollfunktion nicht ausgeübt, wie sie das hätte tun sollen», sagt Eloi Rossier (CVP), Gemeindepräsident von Bagnes VS, zu der auch Verbier gehört.

Nach der Entdeckung der Unregelmässigkeiten und der Veröffentlichung eines ersten Berichtes im Dezember wurden die 15 Dossiers von einem unabhängigen Juristen und dem Architekten Léonard Bender untersucht. Diese bestätigten die Befunde nun, ohne jedoch den ganzen Bericht öffentlich zu machen. Dies soll erst im März geschehen.

Das unabhängige Gutachten beschränkte sich auf die angeprangerten Dossiers. Man habe weder die Zeit noch die Möglichkeit gehabt, auch Stichproben bei andere Baubewilligungsverfahren zu machen, sagte Bender. Niemand weiss deshalb, ob die 15 Fälle nur der Anfang sind.

Kumulierte Unregelmässigkeiten

Sicher ist: «Bei gewissen Dossiers kumulieren sich die Unregelmässigkeiten», so Bender. Die Gemeinde Bagnes führt die Fehler auf zwei Gründe zurück. Zum einen verstosse die Bauordnung der Gemeinde – obwohl vom Kanton genehmigt – gegen die kantonale Bauordnung.

So würden Wellness-Bereiche, Schwimmbäder, Kinos oder andere Freizeiträume in Untergeschossen nicht in die in der Zone erlaubte Baudichte eingerechnet. Laut der kantonalen Bauordnung ist das aber nur für Häuser mit mehreren Wohnungen legal.

Seit Januar wurde die Praxis geändert und die Regelung des Kantons Wallis übernommen. Zum anderen machte Gemeindepräsident Eloi Rossier den personell unterdotierten Baudienst der Gemeinde für die Fehler verantwortlich. Deshalb stellt Bagnes nun neue Mitarbeiter ein, welche die Dossiers in Ordnung bringen sollen.

Heikle Lage für Gemeinde

Was das bedeutet, ist unklar. Der Gemeindepräsident kündigte zwar eine gesetzeskonforme Instandsetzung sowie Bussen an. Allerdings ist das juristisch heikel, da diese Bauprojekte schliesslich von der Gemeinde bewilligt worden waren.

Der Präsident der Baukommission der Gemeinde tritt derweil aus seinem Amt zurück, weil er sich als nicht vollständig rehabilitiert fühlt. (sda/aes)