Hypothek: Zinsen auf Rekord-Tief

Hypothek: Zinsen auf Rekord-Tief

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Teaserbild-Quelle: Grafiken: Moneypark

Immobilienkäufer können bei der Hypothek von Traumkonditionen profitieren. Die Zinsen sind so tief wie noch nie. Die schwunglose Weltwirtschaft macht‘s möglich.

Wer jetzt eine Hypothek aufnimmt oder seinen auslaufenden Kredit erneuert, hat gute Karten: Wie die Finanzberatungsplattform Moneypark in einer Mitteilung schreibt, befinden sich die Zinsen seit Anfang Jahr im Sinkflug. Per diese Woche seien die Hypozinsen für Laufzeiten bis und mit sieben Jahre auf die tiefsten je gemessenen Durchschnittswerte gefallen. Festhypotheken gibt’s derzeit also so günstig wie nie. Bei zweijährigen Festhypotheken ist ein durchschnittlicher Zins von 1,11 Prozent zu erwarten, bei dreijährigen sind es 1,12 Prozent, bei fünfjährigen 1,18 Prozent und bei siebenjährigen 1,3 Prozent. „Bei den Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren handelt es sich um absolute Tiefstwerte, zweijährige Festhypotheken gab es zuletzt – und auch erstmals – nach dem Negativzins-Entscheid der Schweizerischen Nationalbank Mitte Januar 2015 derart günstig“, schreibt Moneypark. Auch Festhypotheken mit zehn Jahren Laufzeit kratzten mit durchschnittlich 1,55 Prozent übrigens am Rekord-Tief. Dieser beläuft sich auf 1,52 Prozent und datiert vom 26. Januar 2015.

Vergleichen lohnt sich

Nun ist es aber nicht so, dass die Zinsen überall mehr oder weniger gleich sind. Ein Beispiel: Zehnjährige Festhypotheken werden derzeit zu zwischen 1,19 und 1,725 Prozent angeboten. Bei einer Hypothekarsumme von 600‘000 Franken ist das ein Kostenunterschied von 3210 Franken pro Jahr respektive über 32‘000 Franken über die gesamte Laufzeit. Es geht sogar noch billiger: „Kunden mit guter Bonität kommen heute zum Beispiel an zehnjährige Festhypotheken mit weniger als einem Prozent Jahreszins“, so Stefan Heitmann, CEO und Gründer von Moneypark. Das gelte auch für Haus- oder Wohnungsbesitzer, die ihre auslaufende Hypothek ablösten und hierzu den Kreditgeber wechselten. Er rät Kreditsuchenden, Offerten unabhängig vergleichen zu lassen. „Wer die Ochsentour nicht scheut, sollte von mindestens drei Hypothekaranbietern Offerten einholen und dabei nebst Banken auch Versicherungen berücksichtigen.“

Mario Draghis Geldpolitik mitverantwortlich

Dass die Hypothekarzinsen derart gesunken sind, führt Moneypark auf die derzeitige Geldpolitik zurück. Weil die Weltwirtschaft in Schwung kommen wolle und die Inflation aufgrund der tiefen Rohstoffpreise in vielen Ländern nahe oder unter null sei, fluteten die Notenbanken die Märkte mit immer mehr Geld. Gleichzeitig ist die Rendite auf Obligationen extrem tief und die Volatilität auf den Aktienmärkten aufgrund der weltweiten Konjunktursorgen hoch.

Mit den tiefen Zinsen dürfte es noch weitergehen. Das betonte auch Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, als er im März die Geldschleusen öffnete und den Euro-Leitzins auf null Prozent senkte. Wie Moneypark schreibt, hat diese Entscheidung direkte Folgen für den Schweizer Hypothekarmarkt, denn die hiesigen Zinsen hängen an denen der Eurozone. „Wir gehen davon aus, dass die Hypotheken noch bis mindestens Mitte 2017 – womöglich aber noch mehrere Jahre – extrem günstig bleiben werden.“ (mt/pd)

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