Hybrid-Anlage für Ökostrom in der Stadt

Hybrid-Anlage für Ökostrom in der Stadt

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Ein Zürcher Unternehmen hat eine Anlage entwickelt, die Solar- und Windenergie zugleich produziert und den besonderen Windverhältnissen in Städten mit Hochhäusern gerecht wird. In Berlin ist nun ein Pilotprojekt gestartet worden.

Windrail wird das modulare, gebäudebasierte Energieerzeugungssystem genannt, das vom Zürcher Unternehmen Anderdgy AG entwickelt worden ist. Durch Windturbinen und Photovoltaikmodule erzeugen sie Strom. Zehn solcher Module wurden kürzlich an einem zwölfgeschossigen Hochhaus in Berlin angebracht, wie es in einer Mitteilung heisst. Es ist ein Pilotprojekt. Jedes Modul verfügt über vier Solarpaneele und einen Windkanal mit jeweils zwei Windturbinen. Erstere bringen eine Leistung von 12 Kilowatt, die Windgeneratoren eine von zehn Kilowatt. Zusammengehängt ist ein Windkanal von zweieinhalb Metern Länge entstanden. Der hindurchströmende Wind kühlt zugleich auch die Solarmodule und erhöht so deren Wirkungsgrad.

Firmenchef Sven Köhler sagte gegenüber mehreren Medien, dass die Technologie eine besonders leise und kostengünstige Art sei, um Ökostrom in dicht bebauten Gebieten effektiv zu nutzen. „Die Kleinkraftwerke eignen sich hervorragend für Sanierungen und Hochhausneubauten mit Flachdach.“ Für die Berliner Stadtwerke ist es eins der ersten Mieterstromprojekte. Geschäftsführer Andreas Irmer sieht ein „immenses Potenzial“ für diese Kombitechnik.

Die Windrail-Module und eine zusätzlich montierte Photovoltaikanlage mit 88 Kilowatt Leistung sollen zusammen pro Jahr rund 95‘000 Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Das reicht für zirka 30 Durchschnittshaushalte. (mt/pd)