Holzbauten erobern die Städte

Holzbauten erobern die Städte

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Teaserbild-Quelle: Bild: Corinne Cuendet, Clarens/Lignum
Im urbanen Raum werden immer öfters mehrgeschossige Holzhäuser gebaut. Allein im Einzugsgebiet von Zürich entstehen derzeit 1000 Wohnungen aus Holz. Neue Brandschutzvorschriften haben diesen Trend ausgelöst.
Bild: Corinne Cuendet, Clarens/Lignum
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Bild: Corinne Cuendet, Clarens/Lignum
Die vier Mehrfamilienhäuser aus Holz mit insgesamt 64 Wohnungen in Lausanne wurden vom Genfer Architekten Bonhôte Zapata entworfen.
 
«Als  die Schwelle des Brandschutzverfahrens beseitigt war, löste dies einen massiven Schub an mehrgeschossigen Holzbauten aus», sagte Christoph Starck, Direktor Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, kürzlich in einem Interview mit dem «baublatt» (Ausgabe 9/11). Bis 2005 war es nämlich nur möglich, mit einer Sonderbewilligung Holzhäuser von mehr als zwei Geschossen zu bauen, und entsprechend zurückhaltend agierte die Behörde bei solchen Spezialwünschen. Seither erleichtern, neben erprobten Technologien, klare Regeln Holzhäuser mit bis zu sechs Geschossen und Holzfassaden bis acht Geschossen. Sein Marktanteil legte von 2005 bis 2009 von knapp 3 auf 5 Prozent zu.

Gebaut wird nicht nur in ländlichen Gebieten mit viel Wald. Ebenso ist in den Städten der Gebäudebau mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz entdeckt worden. Nur schon im Einzugsgebiet von Zürich seien 1000 Wohnungen mit Holz erstellt worden, teilt Lignum mit. Auch vor grösseren Volumen scheinen Bauherren nicht mehr zurückzuschrecken: Bereits sind einzelne Objekte von bis zu 200 Wohneinheiten realisiert worden.

Ökologie als Plus

Im wachsenden Segment des Um- und Anbaus ist Holz ebenfalls beliebt. Bei den Tragkonstruktionen für Mehrfamilienhäuser wird er fast so häufig verbaut wie Backstein. Sein Marktanteil in diesem Segment erhöhte sich zwischen 2005 und 2009 deutlich von 14 auf 23 Prozent. Voll im Trend steht Holz seit längerem beim An- und Umbau von Einfamilienhäusern. Ab 2005 nahm der Marktanteil weitere 3,4 Prozent zu und erreichte 26 Prozent. «Damit liegt Anteil des Holzes erstmals höher als der des Backsteins», freut sich Michael Meuter, Informationsverantwortlicher Lignum. 

Benutzt wird der Baustoff Holz sowohl von privaten als auch von professionellen Bauherren. Meuter vermutet, dass das geschärfte Bewusstsein für Aspekte der Nachhaltigkeit wie Ökologie, Klimaschutz, Energieeffizienz und schonender Umgang mit Ressourcen die Nachfrage nach Holzhäusern angeregt habe.  (mgt/ur)