Holz, das Hightechmaterial aus dem Wald

Holz, das Hightechmaterial aus dem Wald

Gefäss: 

Wasserfest, antibakteriell und feuersicher – solche Eigenschaften werden nicht in erster Linie mit Holz in Verbindung gebracht. Dies könnte sich dereinst ändern: Forscher der Empa arbeiten an verschiedenen Projekten, mit denen die Anwendungsmöglichkeiten von Holz erweitert werden sollen.

Möglich machen dies zusätzliche Stoffe, mit welchen es die Wissenschaftler anreichern. So soll das nachwachsende Baumaterial ­etwa mit Hilfe von Kalk widerstandsfähiger gegen Feuer werden: Dazu tränkt man es mit einer wässerigen Lösung, die neben anderem auch Kalziumchlorid enthält. Danach wird das Holz so behandelt, dass das Kalziumcarbonat tief in seine Zellstruktur eindringen und sich dort ablagern kann. In der Folge nimmt es eine weisslich Farbe an und wird damit mineralisiert. Nun in eine Flamme gehalten, fängt es nicht mehr zu brennen an.

Ein Lavobo aus Holz

Zu einem wasserfesten Material wird Holz, wenn man es mit Polymeren imprägniert. Die Inspiration dazu lieferte den Forschern die Natur: Sie übertrugen die Art und Weise, wie Teakholz funktioniert auf einheimische Sorten. Das Besondere am Holz, das aus Südasien importiert wird: Es ­lagert in seinen Zellen Flavonide und Terpene ab, und dies wiederum verunmöglicht es bei Regen dem Wasser einzudringen, was es besonders ­witterungsbeständig macht. Derart bearbeitetes Holz kann etwa für ein Lavabo verwendet werden. Zurzeit wird ein solches Waschbecken im Nest – dem Forschungsgebäude der Empa, in dem neuartige Technologien getestet werden – einem Praxistest unterzogen.

Pilze gegen Schimmel?

Nicht nur Bakterien und Pilze fühlen sich im und auf dem Holz zu Hause, sondern auch krankheitserregende Mikroorganismen. Darum wird es kaum als Baumaterial für Spitäler oder Pflegeheimen eingesetzt. Auch dies wollen die Forscher der Empa ändern, sie haben für dieses ­Problem ebenfalls in der Natur eine Lösung entdeckt: Damit sich auf dem Holz keine solchen ­Erreger ansiedeln können, versehen sie es mit Laccase. Dies ist ein Stoff, der ebenfalls aus ­Pilzen stammt und beispielsweise in der weit­verbreiteten Schmetterlingstramete enthalten ­ist, einem gestreiften, sich fächerartig an Baum­stämmen ausbreitenden Pilz. Die Laccase ver­bindet antimikrobiell wirkendes Jod fest mit ­­den Fasern des Holzes. Gemäss Empa ist dieses ­Forschungsprojekt bereits so weit gediehen, dass die Forscher zurzeit mit Partnern aus der Möbel-, Bau- und Papierindustrie verhandeln, die das Verfahren nutzen wollen.
Beispielsweise für gegen Pilzbefall immune  Fassaden oder für antiseptische Oberflächen. (mai)

Mehr über die verschiedenen Projekte kann im aktuellen Magazin der Empa nachgelesen werden: www.empa.ch/web/s604/empaquarterly