Holcim: Rückzug aus Spanien und Tschechien

Holcim: Rückzug aus Spanien und Tschechien

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Nach jahrelanger Talfahrt gibt Holcim im Krisenland Spanien seine Geschäfte schrittweise auf und überlässt sie seinem Konkurrenten Cemex. Auch aus Tschechien zieht sich der Konzern zurück. Nutzniesserin ist wiederum Cemex.
 
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Holcim kehrt Spanien den Rücken.
 
Holcim will sich aus dem Krisenland Spanien zurückziehen. Der Zementkonzern veräussert die Mehrheit an seinem dortigen Geschäft an den Konkurrenten Cemex. Für mindestens fünf Jahre bleibt Holcim noch mit 25 Prozent am gemeinsamen Geschäft beteiligt. Danach ist Schluss. „Es ist unsere Absicht, vollständig aus Spanien auszusteigen“, sagte Holcim-Chef Bernard Fontana am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Betroffen davon seien 700 Mitarbeiter, die zur mexikanischen Cemex wechseln würden, die ihrerseits 1100 Angestellte in Spanien habe. Holcim wurde vom Absturz der spanischen Bauindustrie im Zuge der Euro-Krise hart getroffen und hat bereits Werke schliessen müssen. Aber auch nach der Restrukturierung erreicht Holcim laut Fontana beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) nur knapp die Gewinnschwelle. Das sei keine tragbare Position. Im ersten Halbjahr sackte der Zementabsatz um weitere 12 Prozent ab. Die Zuschlagsstoffe brachen gar um über ein Drittel ein.

Expansion nach Deutschland

Auch aus Tschechien zieht sich Holcim zurück. Cemex werde ein Zementwerk, vier Standorte für Zuschlagsstoffe und 17 Transportbetonwerke übernehmen. Im Gegenzug übernimmt Holcim von Cemex das Geschäft in Westdeutschland mit einem Zementwerk, 2 Zementmahlanlagen, einer Hüttensandproduktion, 22 Standorten für Zuschlagstoffe und 79 Transportbetonwerken. Diese Aktivitäten würden mit dem bestehenden Geschäft von Holcim in Norddeutschland verbunden, hiess es weiter. Zudem ergänzten sie die Holcim-Werke in Belgien und Frankreich.
 
In Deutschland stossen 850 Mitarbeiter von Cemex zu Holcim, die aber nicht alle weiterbeschäftigt werden dürften. "Wir brauchen nicht zwei Firmenzentralen", sagte Finanzchef Thomas Aebischer. Ausgewählten Cemex-Mitarbeitern werde man eine neue Stelle anbieten, sagte Fontana, ohne Details nennen zu wollen.
 
Insgesamt bezahlt Holcim an Cemex für die Gesamttransaktion 70 Millionen  Euro in bar. Durch die Transaktionen erwarte man einen zusätzlichen EBITDA von mindestens 20 Millionen Euro jährlich, sagte Fontana weiter. Der Deal findet im Rahmen des konzernweiten Sparprogramms statt, mit dem der Holcim-Chef bis Ende 2014 den Betriebsgewinn gegenüber 2011 um mindestens 1,5 Mrd. Fr. steigern will. (ffi/sda)