Holcim mit mehr Umsatz und Gewinn

Holcim mit mehr Umsatz und Gewinn

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Trotz eines wegen des strengen Winters gedämpften Starts ins 2012 meldet Holcim für das erste Halbjahr eine Umsatzsteigerung von 2,1 Prozent auf 10,357 Milliarden Franken und der Reingewinn legte sogar um 6,6 Prozent, auf 624 Millionen Franken zu. Der betriebliche EBITDA verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 1,933 Mrd. Franken. Zum guten Resultat hat die weltweite Präsenz beigetragen.
 
Vor allem den Regionen Asien/Pazifik und Südamerika verdankt Holcim den grössten Teil ihres Betriebsgewinnes. Während sich Nordamerika mit einem Umsatzplus von 9 Prozent nach verlustreichen Jahren zu erholen scheint, hält die Negativentwicklung in Europa an.

Mehr für die Aktionäre

Die Aktionäre sollen 389 Millionen Franken erhalten, 9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit steht Holcim deutlich besser da als wichtige Konkurrenten. So weist der ebenfalls weltweit operierende französische Lafarge-Konzern auf Grund der Krise in Griechenland lediglich einen Gewinn von 13 Millionen Euro aus. Nach dem Gewinnrückgang im ersten Quartal konnten die Holcim-Gewinne dank steigender Verkäufe und Preiserhöhungen in wichtigen Märkten gesteigert werden.

Sorgenkind Europa

Fast in allen europäischen Märkten waren die Verkäufe von Zement, Asphalt und Zuschlagsstoffen rückläufig. Für Gesamteuropa ging der Umsatz um 10 Prozent auf 2,783 Mrd. Franken zurück. Der operative EBITDA brach gar um ein Viertel auf noch 282 Mio. Fr. ein.
 
Zu den europäischen Sorgenkindern gehört das durch Schuldenkrise und Rezession leidende Spanien. Die Zement und Klinkerverkäufe gingen dort um einen Drittel zurück. Nachdem bereits 2009 eine Fabrik geschlossen wurde, müssen dort erneut bis zu 300 Stellen gestrichen werden. Gemäss Holcim-Finanzchef Thomas Aebischer ist in Spanien die Talsohle noch nicht erreicht. Starke Nachfrage-Rückgänge werden auch aus Italien vermeldet, ebenso auch aus Bulgarien und der Slowakei. Restrukturierungen in Italien und in der Slowakei beginnen jedoch zu greifen und generieren wieder höhere Erträge.

Schweiz unter (Import-)Druck

Die Zement- und Klinker-Absätze gingen auch in der Schweiz um 13 Prozent zurück, vor allem infolge von Importen aus Italien. Spuren des hohen Frankenkurses?
 
Andere Weltregionen entwickelten sich hingegen positiv: In Nordamerika konnte der Betriebsgewinn nach dem Vorjahres-Einbruch um beinahe die Hälfte verbessert werden. In Asien legte der operative EBITDA um knapp 8 Prozent zu und in Lateinamerika immerhin noch um gut 5 Prozent. In Afrika/Naher Osten verzeichnete die Zementriesin leichte Rückgänge. Der Gewinnrückgang um 5 Prozent in dieser Holcim-Region ist vor allem auf den Syrien-Krieg zurückzuführen.

Restrukturierungs-Massnahmen

Der Konzerngewinn von 624 Millionen Franken des ersten Halbjahres beträgt gut 90 Prozent des Gewinnes des ganzen Vorjahres (682 Millionen Franken), der damals unter einer 775 Millionen Franken-Wertberichtigung litt.
 
Das durch den neuen Konzernchef Bernard Fontana initiierte Effizienzsteigerungs-Programm ist ambitiös. Er will bis Ende 2014 den Betriebsgewinn gegenüber dem vergangenen Jahr um mindestens 1,5 Mrd. Franken steigern. Im laufenden Jahr seien bereits Verbesserungen von 150 Mio. Fr. zu erwarten, sagte Fontana. Ein Restrukturierungsprogramm umfasst auch die Konzernorganisation, die um drei Topmanager reduziert wird. Urs Böhlen tritt aus der Konzernleitung aus und wird bis 2013 noch beratende Funktionen wahrnehmen. Benoit-H. Koch und Patrick Dolberg scheiden ganz aus dem Unternehmen aus. Die Region Europa (ohne GB) wird künftig von Roland Köhler geführt werden. Nordamerika und Grossbritannien wird als neue Konzernregion Bernard Terver unterstellt, der in der Konzernleitung Einsitz nimmt. (mai/sda)