Holcim mit Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

Holcim mit Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

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Der Zementhersteller Holcim hat im ersten Halbjahr 2014 unter negativen Währungseffekten und Belastungen aus der Restrukturierung gelitten. Der Gewinn sank um 15 Prozent auf 485 Milionen Franken. Im Vorjahr hatte Holcim allerdings durch den Verkauf einer Beteiligung in Australien einen Zusatzgewinn erzielt.

 

Der Umsatz des vor der Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge stehenden Unternehmens sank um 6 Prozent auf 9,06 Mrd. Franken. Der Betriebsgewinn reduzierte sich um 8 Prozent auf 962 Mio. Franken. Das Holcim-Management zeigte sich denn auch mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Die deutliche Aufwertung des Franken gegenüber fast allen anderen Währungen habe im ersten Halbjahr einen grossen Einfluss gehabt, erklärte Holcim- Konzernchef Bernard Fontana an der Telefonkonferenz zum Halbjahresbericht. Auf Umsatzbasis hätten die negativen Währungseinflüsse rund 900 Mio. Fr. betragen. Derzeit rechne Holcim nicht mit einer ähnlich hohen Belastung im weiteren Jahresverlauf, so der Unternehmenschef.

Gestiegener Absatz

Den Absatz steigerte Holcim im ersten Semester vor allem in Nordamerika und Afrika. In Nahost sowie in Europa wurden ebenfalls mehr Zement und Zuschlagstoffe verkauft. In Europa profitierte die Baubranche vom milden Wetter zu Jahresbeginn. In Asien stabilisierte sich die Marktlage. Der konsolidierte Zementabsatz wuchs damit um 0,7 Prozent auf 207,7 Mio. Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen legten leicht um 0,2 Prozent auf 69,6 Mio. Tonnen zu, wogegen die Transportbetonvolumen um 3,9 Prozent auf 18,1 Mio Kubikmeter zurückgingen. Holcim geht davon aus, dieses Jahr den Zementabsatz in allen Regionen steigern zu können.

Holcim unterschritt mit den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen die Erwartungen der Analysten bei allen Kennzahlen und der Aktienkurs reagierte entsprechend: Die Aktien sanken bis am Mittag um 5,2 Prozent. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) gab unterdessen nur 0,3 Prozent ab.

Für die Zukunft zeigte sich Fontana jedoch optimistisch. "Wir erwarten eine stabile Entwicklung in Europa für den Rest des Jahres", so der Konzernchef. Europa werde weiter von den Restrukturierungen profitieren. Der milde Winter hatte hier zu höherer Aktivität im ersten Quartal geführt und einem entsprechend schwächeren Wachstum im zweiten.

Strenger Winter in den USA

In den USA war der Winter dagegen streng, was zu einem deutlichen Anspringen der Aktivität im zweiten Quartal geführt hatte. Hier rechnet Fontana mit weiteren Steigerungen, ebenso wie in Mexiko, wo ebenfalls Preisanhebungen realisiert werden konnten. In Lateinamerika habe das späte Osterfest zu einer Verschiebung geführt. Zudem stelle Argentinien derzeit eine grosse Unsicherheit dar.

Zu Indien, dem grössten Einzelmarkt des Konzerns, erklärte Fontana, dass es im zweiten Halbjahr 2013 einen deutlichen Rückgang gegeben habe. Im Juni und Juli hätten aber stabile Preise und höhere Volumen realisiert werden können. In Indien müsse man abwarten, wie die Monsun-Saison verlaufe und wie sich die Nachfrage danach entwickle.

Weitere Kostensenkungen

Fontana sieht noch Spielraum, um die Fixkosten in Europa zu senken. Derzeit laufe ein Programm, um insbesondere beim Einkauf Verbesserungen zu erzielen. Restrukturierungskosten seien vor allem in Spanien und Frankreich entstanden. Die positiven Auswirkungen würden sich im kommenden Jahr zeigen. Neben der Restrukturierung hat auch der geplante Merger mit Lafarge die Bilanz belastet. Die Kosten für die Fusion werden für das laufende Jahr auf 50 bis 60 Mio. Fr. veranschlagt. Neuigkeiten zum Stand der Planungen wurden keine genannt. "Wir rechnen weiter damit, die Fusion im ersten Halbjahr 2015 abschliessen zu können", betonte der Holcim-Chef.

Mit dem Halbjahresabschluss hat Holcim den Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt. Für 2014 rechnet der Konzern weiter mit einem organischen Wachstum beim Betriebsgewinn, einer Verbesserung auf operativer Ebene und einem steigenden Zementabsatz. Der Absatz bei den Zusatzstoffen soll sich hingegen flach entwickeln. (sda)