Holcim hat mehr verdient

Holcim hat mehr verdient

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Der Schweizer Zementriese Holcim verzeichnete im vierten Quartal 2014 eine starke Margen-Entwicklung.  Auf das ganze 2014 gerechnet, stieg der Reingewinn um 1,2% auf 1,287 Mrd. Franken. Im Bezug auf die bevorstehende Fusion mit der französischen Lafarge-Gruppe stehen die Schweizer deutlich solider da, auch im Bezug auf den glaubwürdigen Ausblick für 2015.

Gemäss verschiedenen Analysten schneidet Holcim auch bei der operativen Marge (EBITDA-Marge) deutlich besser ab als Lafarge. Sie hinterfragen damit das im Rahmen des Zusammenschlusses von Holcim und Lafarge geplante Umtausch-Verhältnis von 1:1 (eine Holcim-Aktie gegen eine Lafarge-Aktie). Dazu komme, dass der von Holcim formulierte Jahresausblick für 2015 glaubwürdiger wirke als jener von Lafarge. Zudem ist der Gewinn von Lafarge 2014 auf 143 Mio. Euro (Vorjahr 601 Mio. Euro) gestürzt, was gemäss Lafarge auf Abschreiber auf Geschäfte in Syrien und im Irak zurückzuführen ist. Die Dividenden der beiden Fusionskandidaten präsentieren sich ähnlich: Lafarge mit einem Euro pro Aktie, Holcim etwas höher mit 1.30 Franken pro Aktie. 

Einmal mehr wirkt die weltweite (sogfältigere) Diversifikation von Holcim auf unterschiedlich aufgestellten Märkten als ausgleichender Stabilitätsfaktor. So lief das Geschäft in Asien etwas  schwächer und dafür glänzte Nordamerika mit einer verbesserten Performance.  

Gute Aussichten auch für 2015

Holcim rechnet für 2015 mit einem ähnlichen Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis – bereinigt um Fusionskosten zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Franken. Der Schweizer Konzern erwartet, mit höheren Preisen und weiteren Kostensenkungen die Kosteninflation auszugleichen und damit eine weitere Steigerung der operativen Margen zu erzielen. 

Anlässlich der Holcim-Generalversammlung am 13. April 2015, an der die Fusion mit Lafarge noch genehmigt werden soll, dürften diese Bewertungs-Differenzen wohl noch zur Sprache kommen. Dagegen könnten an der Lafarge-Generalversammlung am 7. Mai 2015, in deren Mittelpunkt ebenfalls die Fusion mit Holcim stehen wird, wohl eher national gefärbte Befindlichkeiten (gegen die Fusion) zur Diskussion stehen – angesichts der Verschiebung der Entscheidungszentren in die Schweiz.

Trotz der erwähnten Ungleichgewichte sehen sich die beiden Fusions-Kandidaten auf Kurs. Wie bereits angekündigt, werden Firmenteile im Umfang von 6,5 Milliarden Euro an den irischen Zementhersteller CRH verkauft, um Auflagen der Wettbewerbsbehörden zu erfüllen.  Dennoch in diesem Halbjahr vorgesehenen Zusammenschluss sehen die beiden Unternehmen als nicht gefährdet.  (mai)