Holcim gut auf Konsolidierungs-Kurs

Holcim gut auf Konsolidierungs-Kurs

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Für die ersten neun Monate zieht Holcim eine durchzogen positive Bilanz. Konzerngewinn und Geldfluss haben zugenommen trotz enttäuschender Umsatzentwicklung in Indien, Mexiko, Kanada und Brasilien. Der Nettoverkaufsertrag sank um 6,1 % auf 14,94 Milliarden Franken. Fortschritte erzielt der Konzern beim Abbau von fixen und variablen Kosten und beim weiteren Abbau der Nettofinanzschulden.
 
Dennoch gelang es Holcim, den Konzerngewinn und den Geldfluss aus Geschäftstätigkeit weiter zu steigern und eine leicht bessere betriebliche EBITDA-Marge zu erzielen. Dieser Erfolg stützt sich in erster Linie auf eine positive Ergebnisentwicklung in den Regionen Europa, Nord- und Lateinamerika sowie auf die im gesamten Konzern greifende Kostendisziplin.

Rückläufige Absatzmengen, divergierende Märkte

Die Absatzmengen gingen auf Konzernebene in den ersten neun Monaten in allen drei Segmenten zurück. Am stärksten sind die Rückgänge beim Transportbeton (-14,3%), weniger ausgeprägt beim Zement (–2,6%) und bei den Zuschlagstoffen (–3,7%). Diese Entwicklungen sind zum einen auf die geringere Baustoffnachfrage in einigen Märkten zurückzuführen. Getrieben wurden sie gemäss Holcim auch von den bereits eingeleiteten Massnahmen zur Margenverbesserung im Rahmen gezielter Restrukturierungen etwa in Europa und Asien/Pazifik. Das schlechtere finanzielle Abschneiden der indischen Konzerngesellschaften bremste allerdings die Entwicklung dieser Konzernregion.
 
Bei den operativen Ergebnissen übertrafen immerhin die Regionen Europa, Nord- und Lateinamerika das Vorjahr. In diesen drei Konzernregionen waren es insbesondere Aggregate Industries UK, Holcim US und Cemento Polpaico in Chile, die einen wesentlich höheren Beitrag zum betrieblichen EBITDA leisteten. Gut entwickelten sich zudem die Resultate in Aserbaidschan. In der Konzernregion Asien erzielte zudem Holcim Philippinen ein markant besseres operatives Resultat.

Massive Kostenreduktionen

Trotz eines in den ersten neun Monaten um 6% reduzierten Umsatzes von 14,941 Milliarden Franken verzeichnet Holcim ein um 16,8 % auf 1,277 Milliarden Franken gesteigertes Konzernergebnis. Dabei verweist Holcim auf erfolgreich durchgeführte Restrukturierungen und Einsparungen in den Sektoren Zuschlagstoffe und Transportbeton, auf Initiativen in den Bereichen Logistik und Einkauf und vor allem auf das "Holcim-Leadership-Journey"-Programm. All diese Massnahmen, haben in den ersten neun Monaten zu Kosten-Reduktionen in der Höhe von 531 Millionen Franken geführt.
 
Für Holcim bestätigt sich damit, dass mit den eingeleiteten Massnahmen das bis Ende 2014 anvisierte Ziel einer Steigerung des Betriebsgewinns auf mindestens CHF 1,5 Milliarden, und zwar verglichen mit dem Basisjahr 2011 und unter der Voraussetzung ähnlicher Marktbedingungen, erreicht werden kann.

Verbesserungen bei den Margen

Die Absatzvolumen des Vorjahres bei Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton dürften im 2013 nicht erreicht werden. Während in der Konzernregion Europa mit einem höheren Zementabsatz gerechnet wird, ist Holcim bezüglich Latein- und Nordamerika und Afrika, Naher Osten weniger positiv gestimmt. In Asien/Pazifik werden Zementverkäufe auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Insgesamt gehen Verwaltungsrat und Konzernleitung aber von einer weiteren Margenverbesserung aus. Unter ähnlichen Marktbedingungen darf für das gesamte Jahr 2013 mit einem organischen Wachstum auf Stufe des betrieblichen EBITDA und Betriebsgewinns gerechnet werden. (mai/pd)