Hohe Gebühren: Geometer im Visier des Preisüberwachers

Hohe Gebühren: Geometer im Visier des Preisüberwachers

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Wer in den Kantonen Freiburg, Waadt und Basel-Stadt die Dienste eines Geometers in Anspruch nehmen muss, bezahlt im Vergleich zum Rest der Schweiz am meisten. Grosse Unterschiede gibt es auch bei den Gebühren für den Situationsplan: Sie sind in Sitten und Bern am teuersten. Zu diesem Schluss kommt eine Marktbeobachtung des  Preisüberwachers. Den Ausschlag für die Studie gaben regelmässig eingehende Beschwerden.

Allerdings unterscheiden sich nicht nur die Gebühren stark voneinander, sondern auch die Systeme in Kantonen und Gemeinden: Während in manchen Kantonen Gebietsmonopole bestehen, bei welchen ein privates Ingenieur- und Vermessungsbüro für die Nachführung der AV eines bestimmten Kreises zuständig ist, gibt es andere Kantone aber auch Städte, die dafür eigens eine Stelle eingerichtet haben.  Im Gegensatz dazu verfügen vier Kantone einen liberalisierten Markt, und zwar Freiburg, Genf, Schwyz und Waadt.

Setzt man nun die unterschiedlichen Systeme in Relation zur Höhe der Gebühren, zeigt sich laut Mitteilung des Preisüberwachers, dass „erstaunlicherweise“ weder die staatlichen Geometer und noch weniger diejenigen, welche auf einem liberalisierten Markt agieren, zu den  Günstigsten gehören.  Tendenziell weniger verlangen Geometer, die für ein bestimmtes Gebiet zuständig sind und damit in einer Region ein kleines Monopol haben.  

Auch die Systeme der Kantone und der Gemeinden bezüglich des Situationsplans unterscheiden sich stark:  Nicht nur die Handhabung der Beglaubigung sei unterschiedlich geregelt, sondern auch die Preise für den Situationsplan differierten erheblich von Ort zu Ort, schreibt dazu der Preisüberwacher. Überdies unterscheiden sich auch die Kosten je nach Art des Baugesuchs.  Sehr erfreulich sei, dass der Situationsplan in drei der untersuchten Gemeinden von jedem Nutzer kostenlos über das kantonale Geoportal erstellt und dieses Exemplar dann auch bei der Eingabe eines ordentlichen Baugesuchs verwendet werden könne, heisst es weiter.

Negativ fiel Sitten mit Kosten von 250 Franken auf, ebenso die Stadt Bern. Hier ortete der Preisüberwacher ebenfalls „überdurchschnittliche hohe Gebühren“. Diese könnten gemäss Preisüberwacher mit „sinnstiftenden wettbewerblichen Elementen“ eingedämmt werden, etwa mit regelmässigen Submissionsverfahren.  Daneben regt er an, die Daten der Amtlichen Vermessung über die Geoportale überall gratis zur Verfügung zu stellen und in den Baugesuchen die Verwendung von Situationsplänen zu erlauben, die aus diesen Geoportalen heruntergeladen werden können.  (mai/mgt)