Höhere Bewertungen beflügeln SPS

Höhere Bewertungen beflügeln SPS

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Der florierende Schweizer Immobilienmarkt hat Swiss Prime Site (SPS) im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnzuwachs beschert. Das Immobilienunternehmen profitierte von der höheren Bewertung seines Portfolios und baute den Überschuss gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel auf 222,3 Millionen Franken aus.
 
Zwar sanken die Mieterträge um 2,4 Prozent auf 199,3 Millionen Franken. Der Rückgang ist lau SPS zum einen auf Immobilienverkäufe zurückzuführen, zum anderen darauf zurückzuführen, dass mehr Mietobjekte als im Vorjahr leer standen, zum Teil aufgrund von Sanierungen. Die Leerstandsquote belief sich auf 6,2 Prozent, nach 5,4 Prozent im ersten Halbjahr 2012. Die tieferen Mieterträge wurden durch Bewertungseffekte aber mehr als aufgefangen: Die Neubewertungen trugen 169,8 Mio. Fr. zum Halbjahresgewinn bei - das ist fast ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Der Wert des Portfolios beträgt inzwischen 8,876 Mrd. Franken. Klammert man die höheren Bewertungen aus, legte der Semestergewinn noch um 21,2 Prozent auf 110,4 Mio. Fr. zu. Davon entfielen rund 5 Mio. Fr. auf den Immobilienbewirtschafter Wincasa, den SPS vor einem Jahr der Credit Suisse abgekauft hat und der nun das erste Mal in die Konzernrechnung einfloss.
 
Die Anleger an der Schweizer Börse reagierten erleichtert auf das Halbjahresresultat. Der Aktienkurs von SPS, der zuvor seit Jahresbeginn fast 13 Prozent nachgegeben hatte, legte bis am Donnerstagnachmittag um 3,0 Prozent zu. - Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), stand derweil leicht im Minus. Analysten sprachen von "sehr soliden" Ergebnissen. 

Altersidenzen

Unmittelbar nach Abschluss des ersten Halbjahres hat SPS im Juli mit der Übernahme von Tertianum einen weiteren Zukauf getätigt. Tertianum ist der grösste private Anbieter von Altersresidenzen in der Schweiz und erzielte 2012 einen Umsatz von 214 Mio. Franken. Mit der Übernahme diversifiziert SPS sein Geschäft weiter. „Wir sind von einem Immobilienunternehmen zu einem Konzern geworden“, so CEO Markus Graf. Neben dem Immobiliengeschäft ist SPS auch in Detailhandel und Gastronomie aktiv, unter anderem mit der 2009 übernommenen Modekette Jelmoli.
 
Das Geschäft läuft jedoch nicht nach Wunsch: Im ersten Halbjahr ging der Umsatz der Sparte um 2,6 Prozent auf 74,2 Mio. Fr. zurück. Der Detailhandel sei vor allem durch die Konkurrenz im Internet unter Druck, sagte Graf im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. „Wir prüfen deshalb, selbst in den Onlinehandel einzusteigen.“ Generell wolle man den Detailhandel aber nicht weiter ausbauen, sondern eher zurückfahren. „Unser Fokus liegt nach wie vor auf Immobilienanlagen“, erklärt Graf. Weitere Akquisitionen seien vorerst nicht geplant.

Keine Angst vor Immobilienblase

Zunächst wird die Übernahme von Tertianum im zweiten Semester erstmals Auswirkungen zeigen und gemäss den Prognosen von SPS im Gesamtjahr zu einer Gewinnsteigerung beitragen. Gestützt werden dürfte das Geschäft auch durch die nach wie vor starke Nachfrage nach Immobilien, wie Graf erklärte. Die verbreitete Angst vor einer Immobilienblase in der Schweiz teilt der SPS- Chef nicht. "Die Preise haben einen Peak erreicht", sagte er. Weil der Anstieg aber durch die Nachfrage getrieben sei, sei keine Preiserosion, sondern eher eine Stabilisierung zu erwarten. (sda/mai)