Höchster Wohnungsleerstand seit Jahrtausendwende

Höchster Wohnungsleerstand seit Jahrtausendwende

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In der Schweiz standen schon lange nicht mehr so viele Einfamilienhäuser und Wohnungen leer wie jetzt: 1,3 Prozent aller Wohnungen  oder 56518 oder waren am Stichtag der Leerwohnungszählung des Bundesamts für Statistik (BFS)  nicht besetzt. Dies entspricht dem Leerwohnungsbestand der Jahrtausendwende.

Seit dem Tiefstand im Jahr 2009 (0,90%) ist die Leerwohnungsziffer laut BFS von Jahr zu Jahr kontinuierlich angestiegen. Vor allem in den letzten drei Jahren hat sich die Tendenz in Richtung einer immer höheren Ziffer in beschleunigt.  

Dabei hat die Anzahl leer stehender Wohnungen in allen sieben Grossregionen zugenommen. Über den gesamtschweizerischen 1.3 Prozent liegt die Ostschweiz mit einem Leerwohnungsbestand von 1,74 % gefolgt vom Espace Mittelland mit einem Leerwohnungsbestand von 1,71%. Ebenfalls überdurchschnittlich zeigt sich die Lage in der Nordwestschweiz mit 1,41 Prozent. Dass die Lage für Wohnungssuchende nach wie vor angespannt ist, zeigen die Regionen Zürich, Genf und die Zentralschweiz: In der Region Genf stieg der Anteil von  0,98% auf lediglich 1 % an.  Im Grossraum Zürich waren es 0,78 % im 2015 und heuer 0,85 %, ähnlich sieht es in der Zentralschweiz aus mit 0,93 % (Vorjahr 0,87%). Augenfällig ist die Situation im Tessin: Hier ist der Leerwohnungsbestand am stärksten angestiegen, von 1,01 % im letzten Jahr auf 1,21 Prozent.

Bei den Kantonen lagen 18 über der 1-Prozent-Marke: Die höchste kantonale Leerwohnungsziffer war mit 3,63 Prozent im Kanton Appenzell Innerrhoden zu beobachten, gefolgt von jener des Kantons Solothurn (2,62%). Die tiefste Leerwohnungsziffer meldete der Kanton Zug (0,34%), eine nur wenig höhere wiesen die Kantone Basel-Stadt (0,42%), Genf (0,45%) und Basel-Landschaft (0,47%) aus. Gegenüber dem Vorjahr kamen die Kantone Appenzell Innerrhoden, Freiburg und Luzern dazu.

Mehr leer stehende Neuwohnungen

Bei den Einfamilienhäusern registrierte das BFS ebenfalls eine Veränderung: Es zählte am Stichtag total 6523 leer stehende Einfamilienhäuser, das sind 114 Einfamilienhäuser oder knapp 2 Prozent mehr als 2015. Markant ist die Zunahme bei den unbewohnten Neuwohnungen: Sie stiegen innert Jahresfrist um markante 1063 Einheiten oder um 14 Prozent an. Damit standen am Stichtag 8768 Neuwohnungen leer. Dies ist ein Wert, der zuletzt Mitte der 1990er-Jahre zu beobachten war.

Angebot bei Grosswohnungen hat sich verringert

Ein Rekord gab es auch bei den Mietwohnungen: Am 1. Juni 2016 waren in der Schweiz 45‘504 Mietwohnungen unbewohnt. Dies ist der höchste Wert seit dem Jahr 1999 mit 49‘107 Einheiten. Damit erhöhte sich der Leerwohnungsbestand bei den Mietwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 5391 Einheiten oder 13 Prozent. Die Zahl der leer stehenden und zum Kauf angebotenen Wohnungen blieb innert Jahresfrist beinahe stabil: Mit total 11‘014 Einheiten standen nur gerade 45 Wohnungen oder 0,4 Prozent mehr leer als im Vorjahr. Bei der Mehrheit der leer stehenden Wohnungen sind Drei- oder Vierzimmerwohnungen. Lediglich bei den Grosswohnungen mit mehr als sechs Zimmern gab es eine Verknappung des Angebots, im Vergleich zu 2015 wurden 4 % weniger angeboten. (mai/mgt)