Hochwasserschutz: Zürich will nicht warten

Hochwasserschutz: Zürich will nicht warten

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Teaserbild-Quelle: Roland zh, CC BY-SA 3.0, wikimedia.org

Ein Entlastungsstollen bei Langnau am Albis soll Zürich vor Hochwasser schützen. Der Regierungsrat hat entschieden, diesen Stollen bis zur Ausführungsreife weiter zu planen. Er will nicht warten, bis ein Entscheid zum Ausbau des Etzelwerks in Altendorf gefallen ist – dort ist auch eine Variante in Prüfung, die den Hochwasserschutz Zürichs mit einbezieht. Aber das dauert noch.

Die SBB planen einen Ausbau des Wasserkraftwerks Etzelwerk in Altendorf, das vom Sihlsee in Einsiedeln gespeist wird. Eine von zwei Varianten, die zurzeit als Vorprojekt untersucht werden, beinhaltet auch den Hochwasserschutz von Zürich (das Baublatt berichtete). Sie heisst „Kombilösung Energie“. Doch die dazu nötigen Verhandlungen verlaufen zäh und dauern noch über zwei Jahre. Erst dann wird entschieden, welche Variante nun zur Ausführung gelangt.

Risiko rechtfertige weitere Planung

So lange will der Kanton Zürich nicht warten. Er will selbst aktiv werden und möchte den vorgesehenen Hochwasser-Entlastungsstollen bei Langnau am Albis bis zur Ausführungsreife weiter planen. Das hohe Sachwertrisiko von bis zu 5,5 Milliarden Franken allein in der Stadt Zürich bei einem Extremhochwasser der Sihl rechtfertige es, noch vor dem Konzeptentscheid mit der Projektierung des Stollens zu beginnen, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung. Er hat einen Objektkredit von 4,65 Millionen Franken bewilligt. Angesichts des hohen Kosten, die ein Hochwasser verursachen würde, erachtet er die bis 2017 anfallenden Projektierungskosten (rund 2,5 bis drei Millionen Franken) als vertretbar – auch wenn dann schliesslich der Entscheid zugunsten der „Kombilösung Energie“ fiele.

Die Kosten für den Entlastungsstollen werden auf rund 122 Millionen Franken geschätzt. Bei einer voraussichtlichen Bauzeit von zweieinhalb Jahren könnte der Stollen 2022 in Betrieb gehen. Die Regierung schreibt weiter: „Bei der Kombilösung Energie lassen sich die voraussichtlichen Kosten für den Kanton Zürich noch nicht beziffern, dürften aber wesentlich günstiger ausfallen. Diese Lösung könnte frühestens 2025/26 realisiert werden.“

Eine neue Rathausbrücke

Ebenfalls im Zuge des Hochwasserschutzes in der Limmatstadt hat sich die Regierung auch mit der Rathausbrücke befasst. Der Oberbau ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Bei entsprechender Wetterlage erhöht sich die Wassermenge, die in den Zürichsee gelangt. „Diese muss durch eine Erhöhung der Abflussmenge bei der Brücke, die heute einen Engpass bildet, ausgeglichen werden“, schreibt die Regierung. Da die Abflussmenge in direktem Zusammenhang mit der Anordnung der Pfeiler stehe und die Sohle unter der Brücke abgesenkt werden müsse, sei ein kompletter Ersatz der Rathausbrücke wahrscheinlich. Den Termin für die Arbeiten will man auf die Realisierung der kantonalen Hochwasserschutzmassnahmen abstimmen. Deshalb ist die Instandsetzung je nach Konzept auf 2022 oder 2025/26 terminiert. (mt/pd)