Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ): Neudeutung eines Quartiers

Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ): Neudeutung eines Quartiers

Schon seit Jahren wird über die Zukunft des Hochschulgebiets Zürich Zentrum (HGZZ) debattiert. Mit der Bekanntgabe der Wettbewerbsresultate für das neue Kollegiengebäude der Universität und für das Kernareal des Universitätsspital-Neubaus wurde ein wichtiger Meilenstein in diesem Generationenprojekt gesetzt. 

In vielerlei Hinsicht erweist sich die Stadt Zürich als erneuerungsresistent. Gerade im Zentrum hat sich ihr Antlitz und ihr Charakter in den vergangenen Jahrzehnten wenig verändert – wichtige Aktualisierungen spielten sich dort im Untergrund oder auf Strassenniveau ab. So kann man leicht nachvollziehen, weshalb Regierungsrat Markus Kägi, der Vorsteher der kantonalen Baudirektion, von einem «Freudentag» sprach, als er am 8. Januar der Presse die beiden Hochbauprojekte im HGZZ vorstellen durfte. Der Weg zu dieser Präsentation, die allgemein auf ein positives Echo stiess, zeigte die gesellschaftliche und politische Relevanz von umfangreichen Hochbauvorhaben deutlich auf. Wer in Zürichs Kernzone Grosses ausrichten will, muss viel Geduld aufbringen und mit Samthandschuhen ans Werk.

Quartier-Verdichtung

Das Kürzel HGZZ bezieht sich auf ein Masterplangebiet, das sich ungefähr über eine Fläche von 50 Hektaren erstreckt. Es befindet sich nördlich der Altstadt von Zürich. Sein Perimeter umfasst den Heimplatz mit dem Kunsthaus, verläuft entlang des Seilergrabens bis zum Central, steigt bei der Liebfrauenkirche den Hang des Zürichbergs empor und verläuft anschliessend oberhalb des Kantonsspitals bis ins Stadtquartier Fluntern. Die Grenze überwindet eine Höhendifferenz von rund 95 Metern.

Die Haupterschliessungsachse des Gebietes ist die Rämistrasse. Sie beginnt beim Bellevue, wo der See in die Limmat abfliesst, steigt an zum Heimplatz und anschliessend weiter bis auf ein Plateau über der Altstadt. Dort leitet sie über in die Ausfallachse in Richtung Glatttal und Winterthur. Ihr Verlauf folgt im Wesentlichen den alten Stadtbefestigungen, wie die berühmte Ringstrasse in Wien. Und ihr Charakter hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Prachtboulevard in der einstigen Metropole des Habsburgerreichs, denn in ihrem Umfeld wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Institutionen in einer parkartigen Landschaft angesiedelt: Gymnasien für Knaben und Mädchen, die ETH Zürich, die Universität Zürich (UZH) und das Kantonsspital, heute als Universitätsspital (USZ) bekannt. Auch Schwerpunkte im Kulturangebot sind hier zu finden, etwa das erwähnte Kunsthaus und das Schauspielhaus.

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Freier Mitarbeiter für das Baublatt.