Hochhäuser nach 2000-Watt-Kriterien saniert

Hochhäuser nach 2000-Watt-Kriterien saniert

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Baustelle Siedlung „Sihlweid“, Leimbach: Bei insgesamt 170 Wohnungen werden neue hochgedämmte Fenster montiert. In einem zweiten Schritt wird die Fassade mit vorgehängten Photovoltaik-Modulen umhüllt.
Noch in der Stadt und doch schon fast im Grünen. Die Sihltal Bahn bringt seine Passagiere in nur 10 Minuten nach Leimbach. An diesem grünen Fleck, am Stadtrand von Zürich, scheint die Hektik weit weg zu sein.
 
Baustelle Siedlung „Sihlweid“, Leimbach: Bei insgesamt 170 Wohnungen werden neue hochgedämmte Fenster montiert. In einem zweiten Schritt wird die Fassade mit vorgehängten Photovoltaik-Modulen umhüllt.
 
Die grosszügigen Waldflächen tauchen die Landschaft in ein sattes Grün. An diesem idyllischen Ort stehen seit den 70er Jahren zwei Betonhochhäuser der Zürcher Siedlung „Sihlweid“. Trotz der fast ländlichen Umgebung stehen die Bauherren in Sachen nachhaltigem Bauen den Städtern in Nichts nach.
 
Die zwei Türme mit jeweils 18 und 20 Stockwerken und insgesamt 170 Wohnungen werden nach den Kriterien der 2000-Watt-Gesellschaft saniert. Dieses Bauprojekt ist in seiner Grössenordnung ein Novum. Unter anderem sollen die Wohnungen bezüglich ihrer Grundrisse und sanitären Anlagen modernisiert werden. Für die Reduktion des Energieverbrauches sorgen neue Fenster und eine insgesamt verbesserte Isolation. Die aussenliegenden Treppenhäuser werden zudem geschlossen.
 
Weiter erhalten die Wohnungen an der Gebäudeecke anstelle des jetzigen Balkons eine zusätzliche Erweiterung zur Wohnküche und ein neuer windgeschützter Balkon wird angesetzt. Ein Blickfang bildet vor allem die Fassade, welche rundum mit Photovoltaik-Modulen bestückt wird. Bei einer Fassadenfläche von insgesamt 8500 m2 decken die Photovoltaik-Module rund 2000 m2 ab.
 
Das Metallbauunternehmen Ernst Schweizer AG ist im Projekt auf vielfältige Weise involviert: von der Entwicklung, Planung, Koordination und Montage bis zur Demontage einiger ausgedienter Bauelemente. Aufgrund der speziellen architektonischen Anforderungen hat Schweizer die Photovoltaik-Rahmen exklusiv für das Bauprojekt entwickelt und massgeschneidert angefertigt.
 
Mit Hilfe einer Mastkletterbühne montieren die Mitarbeitenden von Schweizer in einem ersten Schritt die Unterkonstruktion und die neuen hochgedämmten Fenster. Danach befestigen sie die Unterkonstruktion für die von Schweizer entwickelten und massgefertigten PV-Rahmen. Eine zusätzliche Wärmedämmung sorgt für Isolierung nach den 2000-Watt-Kriterien. Die PV-Module werden der Gebäudehülle vorgehängt montiert. Für eine einfache Handhabung der Wartung dienen Revisionsbleche zwischen den einzelnen Modulen, welche die Verkabelung sowohl verbergen als auch vor Witterung schützen. Aufgrund der speziellen Entwicklung des Rahmens der Photovoltaik-Module können die Panels mühelos in wenigen Handgriffen einzeln ersetzt werden.
 
Die Fassade mit den vorgehängten PV-Modulen ist europaweit einmalig in ihrer Konstruktion und gilt als Vorzeigeobjekt. Ausgediente Bauelemente wie Fenster, Rollläden und Fenstersimse werden erst nach der Montage der neuen Fensterelemente entfernt. Dadurch wird die Belastung für die Mieter minimiert. An kälteren Tagen ist die Wohnung lückenlos isoliert und an sonnenreichen Tagen dienen die alten Rollladen als Sonnenschutz bevor die neuen zum Einsatz kommen.
 
In luftiger Höhe geht die Sanierung Etage um Etage voran. Bis Ende Jahr wird das erste Gebäude fertiggestellt sein. Das durchdachte Sanierungskonzept orientiert sich am „Effizienzpfad Energie“ des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Die Wohnungen der Baugenossenschaft Zurlinden können während der Sanierung bewohnt bleiben. Für die Architektur sind Harder Haas und Partner zuständig.
 
Ernst Schweizer AG
Bahnhofplatz 11
8908 Hedingen
Tel. 044 763 61 11
Fax 044 763 61 19