Hochbau wächst weiter und schneller

Hochbau wächst weiter und schneller

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Bakbasel prognostiziert für 2016 ein Wachstum der realen Hochbauinvestitionen um 0,6 Prozent. Nächstes Jahr wird mit einer schwungvolleren Entwicklung und einem Anstieg der Hochbauaufwendungen um 1,7 Prozent gerechnet.

Bakbasel hat eine Prognose für den Schweizer Hochbau für die Jahre 2016 bis 2022 erstellt. Demnach dürfte sich die Dynamik im laufenden Jahr abschwächen. „Die Wohnungsnachfrage wächst nicht mehr so robust, da die Nettozuwanderung nachgelassen hat und das in vielen Regionen hohe Preisniveau ein Hindernis beim Immobilienkauf für zahlreiche Haushalte darstellt“, schreibt das Institut in einem Communiqué. Der Wohnbau im Alpenraum werde zudem weiterhin durch die Nachwirkungen der Zweitwohnungsinitiative belastet. Auch im Betriebsbau sieht die Prognose eher verhalten aus. Gründe dafür sind der noch immer starke Franken sowie die Unsicherheit über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sowie der Unternehmenssteuerreform III. Im Infrastrukturbau rechnet Bakbasel für 2016 ebenfalls mit einem geringeren Wachstumstempo.

Trotz allem sei ein Rückgang der Bautätigkeit jedoch nicht zu erwarten, denn vorlaufende Indikatoren seien seit einigen Monaten wieder im Aufwärtstrend. „Ein Grund hierfür ist sicher, dass der Schweizer Immobilienmarkt nach wie vor attraktiv für Investoren ist.“ Insgesamt prognostiziert Bakbasel für 2016 ein Wachstum der realen Hochbauinvestitionen um 0,6 Prozent.

Gute Aussichten für 2017

Für nächstes Jahr geht Bakbasel von einem „schwungvolleren“ Wachstum der realen Hochbauaufwendungen um 1,7 Prozent aus. Denn gerade im Wohnneubau sei das Volumen der Baubewilligungen zuletzt wieder gestiegen, was sich in einer nochmals recht kräftig steigenden Wohnbautätigkeit widerspiegeln dürfte. Auch im Infrastrukturbau sieht die Prognose für 2017 gut aus, denn es seien noch viele Spitalbauprojekte in der Pipeline. Mit einer eher verhaltenen Dynamik rechnet Bakbasel im Betriebsbau. „Die Entwicklung der Baugesuche deutet zwar auf eine anziehende Neubautätigkeit hin, aber zugleich auch auf deutlich sinkende Ausgaben für Umbauten und Renovationen“, heisst es.

Erwartete Zinswende dämpft das Wachstum mittelfristig

Mittelfristig, das heisst 2018 bis 2022, prognostiziert das Institut ein Wachstum der Hochbauaufwendungen um 0,9 Prozent im Jahr. Die Dynamik wird damit niedriger ausfallen als in den letzten Jahren, denn: „Die Wohnungsnachfrage wird zwar vom Bevölkerungswachstum und den steigenden Einkommen der Privathaushalte angekurbelt. Allerdings ist mittelfristig von einem restriktiven Impuls durch die zu erwartende Zinswende auszugehen.“ Ab 2019 dürfte sich dies laut Prognose verstärkt bemerkbar machen. Bakbasel geht ausserdem davon aus, dass der aktuelle Anlagenotstand und die damit verbundene Flucht in „Betongold“ mittelfristig nachlassen. Für reale Wohnbauaufwendungen zwischen 2018 bis 2022 wird von einem Wachstum von 0,8 Prozent ausgegangen. Um denselben Anteil wird der Betriebsbau wachsen.

Die besten Wachstumsaussichten bescheinigt Bakbasel dem Infrastrukturbau. Hier wird mit einem Anstieg der realen Bauaufwendungen von durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr gerechnet. Ein wichtiger Treiber seien die zahlreichen Spitalgrossprojekte, mit denen sich die Kantone auf den bevorstehenden demografischen Wandel vorbereiteten.

Zentral- und Ostschweiz dieses Jahr top

Für das laufende Jahr werden grosse Unterschiede zwischen den Regionen erwartet. „Während wir in der Ost- und der Zentralschweiz wegen des zuletzt gestiegenen Volumens der Baubewilligungen von einem kräftigen Wachstum der Hochbauaufwendungen ausgehen, ist vor allem in der Südschweiz ein Rückgang zu erwarten“, heisst es in der Mitteilung. Nächstes Jahr hingegen sei in vielen Regionen mit einer Beschleunigung der Baukonjunktur zu rechnen – vor allem in der Südschweiz, Basel und Zürich/Aargau.

Mittelfristig geht Bakbasel von steigenden Hochbauaufwendungen für alle Grossregionen aus. Die besten Aussichten werden der Region Bassin Lémanique attestiert; dies aufgrund der überdurchschnittlichen Bevölkerungs- und Wachstumsdynamik. Auch in Basel sei mit einer dynamischen Entwicklung der Bauinvestitionen zu rechnen, da die Bautätigkeit vom hohen Wachstumstempo der Basler Wirtschaft und neuen geplanten Grossprojekten wie zum Beispiel des Roche Towers 2 profitieren werde. (pd/mt)