Hochbau treibt, Tiefbau holpert

Hochbau treibt, Tiefbau holpert

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Anzahl erfasster Baugesuche und Baubewilligungen in den ersten neun Monaten der Jahre 2000 bis 2010.

 
 
Die Bauwirtschaft könnte schon bald wieder das Niveau vor der Krise erreichen. Die Zahl der Baugesuche liegt im September 2,9 Prozent unter dem Wert des gleichen Monats im Vorjahr und ist vergleichbar mit den Resultaten der guten Baujahre 2004 und 2005. Die Erholung der Branche wird durch den Neunmonatsvergleich bestätigt. Auf diese Zeitspanne gerechnet nahm die Zahl der Baugesuche um 5 Prozent auf 39762 zu. Damit ist wieder das Niveau der konjunkturell starken Baujahre 2004 bis 2008 erreicht. Die Baubewilligungen, die im September um 12,8 und im Neunmonatsvergleich um 7 Prozent anzogen, bezeugen diese Entwicklung.

Regional ist gemäss der «baublatt»-Monatsstatistik allerdings eine unterschiedliche Dynamik zu verzeichnen. Am meisten nahmen die Baugesuche im Vergleich zum September 2009 in den Kantonen Basel-Land (37,6 Prozent), Waadt (20,5), Schaffhausen (14,9) und Tessin (13,8) zu. Rückläufig waren sie in den Kantonen Schwyz (-35,8 Prozent), Uri (-29), Nidwalden (-28,8) und Genf (-27,8). Vom Zeitfenster eines Monats darf allerdings nicht auf einen Trend geschlossen werden, ebenso kann es sich um einen zufälligen statistischen Ausreisser handeln.
Schweizweit stiegen die Baugesuche für Mehrfamilienhäuser im September um 4,2 Prozent, für Einfamilienhäuser indessen sanken sie um 7,1 Prozent.


Wirtschaftsbauten ziehen an

Mit einem Investitionsvolumen von knapp 50 Prozent bleibt der Wohnbau die treibende Kraft der Baukonjunktur, doch ist momentan auch eine Belebung im Segment der Wirtschaftsbauten zu beobachten. So sind in den Segmenten Industrie- und Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft sowie Handel und Verwaltung die Gesuche um rund 20 Prozent gestiegen. Im Gastgewerbe und Tourismus sind sie um 7,3 Prozent zurückgegangen. Im Bereich Infrastruktur/Verkehr zeigt sich ein durchmischtes Bild. Während im September die Gesuche für Verkehrsanlagen (Bahnhöfe, Parkhäuser, Verkehrszentralen etc.) und Infrastrukturbauten um jeweils 11,2 und 21,1, Prozent sanken und für Infrastrukturbauten stagnierten, stiegen sie für Verkehrsbauten (Bahnlinien, Autobahnen, Strassen) um 27,3 Prozent.
Die Prognose der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) für 2010 scheint sich zu bestätigen: Die Bauwirtschaft erholt sich wieder. Voraussichtlich betragen die Investitionen in den Wohnbau Ende 2010 nominell 6,2 Milliarden Franken (– 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und in den Gesamtbau 11,7 Milliarden Franken (– 6,4 Prozent). Im ersten Quartal 2011 soll sich die Situation weiter verbessern. Gemäss KOF-Indikatoren wachsen die Investitionen nominell im Wohnbau um 18,6 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken und die gesamten Bauinvestitionen um 15 Prozent auf 12 Milliarden Franken.
 
(ur)

Aufgrund der Zusammenlegung zweier Datenbanken und der Einführung einer einheitlichen Zählweise können Differenzen zwischen den aktuellen Daten in den Grafiken auf dieser Doppelseite und den früher erhobenen Zahlen in der Tabelle unten auftreten.
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«baublatt»-Bauinfo-Center, Tel. 044 724 77 33 oder www.bauinfocenter.ch