Hoch im Kurs, tief im Ertrag

Hoch im Kurs, tief im Ertrag

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Teaserbild-Quelle: zvg
Die 15. Baumag war eine ausserordentliche Messe. Nicht nur, weil sie um ein Jahr verschoben worden ist, sondern auch weil sie trotz nur einem Jahr Pause viele Besucher anzulocken vermochte. Der insgesamt positiven Stimmung tat einzig die spärlichen Erträge in der Bauwirtschaft Abbruch.
 
 
 
 
Die Baumag 2011 hat vor allem eins gezeigt: Der Bauwirtschaft geht es nach wie vor gut. Das kommt nicht nur der Schweizer Volkswirtschaft zugute, sondern wirkt sich auch positiv auf die Baumaschinenhändler aus. Wie Marketingchefin Jasmin Hutter von der Hutter Baumaschinen AG sagte, konnte ihre Firma während den vier Messetagen zahlreiche Kontakte schliessen und die eine oder andere Baumaschine gleich vor Ort verkaufen. Wie ihr erging es vielen anderen Ausstellern auch. Der Grund hierfür liefert Messeleiter Andreas Hauenstein: «Neben der Bau 2011 in München sind wir die einzige Baumaschinenmesse, die in diesem Jahr durchgeführt wird – sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland und Österreich. Dadurch war das Interesse der Besucher sehr gross, sodass viel verkauft werden konnte.»
 
Der Gang zur Messe lohnte sich für die Besucher: Auf 20 000 Quadratmetern Messefläche zeigten 200 Aussteller einen repräsentativen Querschnitt durch die Branchentechnik. Den 16 900 Interessierten bot sich ein Bild der neusten Maschinen, Geräte und Dienstleistungen im Bausektor. Zu den Highlights gehörte die Sonderschau «Betonrückbau», die Schweizermeisterschaft der Maurer und der Minibagger-Wettbewerb.
 
 

Erträge fallen spärlich aus

Zur Eröffnungs- und Abschlussfeier wurden mehrere namhafte Persönlichkeiten aus der Politik und Baubranche eingeladen. SVP-Ständerat This Jenny wies in seiner Rede auf die wichtige Rolle der Verkäufer in einem Unternehmen hin: «Der Ruf einer Firma kann noch so gut sein. Wenn der Verkäufer einen schlechten Eindruck bei den Kunden hinterlässt, war alles umsonst. Die Verkäufer dürfen nicht vergessen, dass sie das Gesicht der Firma nach aussen tragen.» Das Referat von Leo Müller, Luzerner CVP-Kantonsratpräsident, unterstrich die wichtige Bedeutung der Bauwirtschaft: «Geht es ihr gut, dann geht es allen gut. Wir sollten deshalb darauf hinarbeiten, dass die Bauwirtschaft weiterhin auf Erfolgskurs bleibt.»
 
Erstmals an der Baumag fand die Sonderschau «Betonrückbau» statt. Für den Präsidenten der Betonbohr- und Betonschneidunternehmungen (SVBS) und Inhaber der Betoncoupe AG, Marco Dätwyler, Grund genug, in seiner Rede auf die Sonderschau «Betonrückbau» näher einzugehen. Der Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV), Werner Messmer, seinerseits hatte das Vergnügen, den Gewinner der Schweizermeisterschaft der Maurer bekanntzugeben.
 
Um ein eher ernstes Thema ging es in der Rede von Daniel Lehmann, Direktor des SBV. Er sagte, dass trotz der guten Wirtschaftslage in der Baubranche die Erträge sehr spärlich ausfallen würden. Das habe die vom SBV im vergangenen Jahr in Auftrag gegebene Studie zur Ertragslage der Bauunternehmen ergeben. Gemäss dieser Studie weist ein Fünftel der Unternehmen für die Jahre 2006 bis 2009 Verluste mit einem effektiven Geldabfluss aus. 40 Prozent der Unternehmen erarbeiteten praktisch keinen und 14 Prozent einen ungenügenden Ertrag. Mit anderen Worten: Nur knapp ein Viertel konnte sich in diesen Jahren eines genügenden Ertrags von mehr als vier Prozent erfreuen.
 
Diese Entwicklung des Bauhauptgewerbes wirkt sich auf Dauer auch negativ auf die Baumaschinenhändler aus. «Wenn es den Bauunternehmen nicht gut geht, können sie auch keine Neuanschaffungen tätigen. Das Nachsehen haben die Lieferanten von Baumaschinen und Zubehör, weil sie nichts verkaufen können», erklärt Lehmann. Auch die Bauunternehmen selber drohen ins Abseits zu geraten, weil es ihnen ohne Investitionen nicht möglich ist, sich weiterzuentwickeln und konkurrenzfähig zu bleiben – was ihrer Kaufkraft noch abträglicher ist.
 
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, rät Lehmann den Bauunternehmer sich nicht zu billig zu verkaufen: «Nur wenn der Auftrag mehr als den Aufwand deckt, lohnt es sich, ihn anzunehmen.»
 
 

Nachgefragt bei Andreas Hauenstein. Er ist Messeleiter der Baumag.

 
Wie ist die Messe gelaufen?
Sehr gut. Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat. Wir haben die prognostizierten Besucherzahlen erreicht. 16 900 Interessierte sind gekommen, um die Neuheiten der 200 Aussteller zu begutachten.
 
Wie fielen die Rückmeldungen der Aussteller und der Besucher aus?
Sehr positiv. Sowohl Aussteller als auch Besucher zeigten sich sehr zufrieden. Wie ich erfahren habe, konnten die Aussteller von der Baumag besonders profitieren, weil sie sowohl mit bestehenden als auch mit potenziellen Neukunden gute Gespräche führen konnten. Daraus entstehen nicht selten interessante Nachfolgegeschäfte und nachhaltige Geschäftsbeziehungen.
 
Welche Trends konnten Sie ausmachen?
Diese liegen nach wie vor in den Bereichen Effizienz, Umweltverträglichkeit, optimales Handling und Sicherheit. Dank diesen Kriterien können die Baumaschinenhändler, in enger Zusammenarbeit mit den Produzenten, qualitativ hochstehende und umweltverträgliche Baumaschinen herstellen, die zudem technologisch auf dem neusten Stand sind.
Was waren die Highlights?
Die Sonderschau «Betonrückbau», die Schweizermeisterschaft der Maurer und der Minibagger-Wettbewerb.
 
Wie viele Besucher konnten Sie ausmachen?
Während der Schweizermeisterschaft waren immerzu sehr viele Besucher anwesend, die das Geschehen mit grossem Interesse verfolgten. Für die Titelanwärter war die Baumag deshalb eine würdige Bühne, auf der ihr Können bestens zur Geltung kam. Rege besucht wurden aber auch die Sonderschau «Betonrückbau» und der Minibagger-Wettbewerb. Besonders die Sonderschau, die in diesem Jahr erstmals stattfand, gefiel den Besuchern besonders gut. Zu begutachten gab es ein konzentriertes Angebot aktuellster Branchentechnik.
 
Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?
Dass sich die Aussteller über all die Jahre mit der Baumag identifizieren. Sie waren auch dieses Jahr wieder sehr motiviert und mit vollen Einsatz dabei. Man spürte bereits während der Aufbautage, dass die Aussteller den Startschuss der Messe kaum erwarten können. An dieser Stelle möchte ich mich bei all den Ausstellern für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken.
 
Welches Fazit ziehen Sie aus der 15. Baumag?
Die Baumag 2011 war ein voller Erfolg. Ziel der nächsten Messe ist es, noch besser zu sein. Sie findet vom 21. bis 24. Februar 2013 statt. (ffi)