Historische Kaserne auf Thuner Waffenplatz wird saniert

Historische Kaserne auf Thuner Waffenplatz wird saniert

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Seit 150 Jahren prägt die stattliche Mannschaftskaserne das Bild des Thuner Waffenplatzes. Nun soll das historische, an eine Burg erinnernde Flügelgebäude ab kommendem Sommer saniert werden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2019.

Während durch die teilweise rissigen Aussenwände Feuchtigkeit eindringt, verhindern die einfachen Fenster eine effiziente Wärmedämmung. Daneben müssen die sanitären Anlagen erneuert, das Dach saniert, Innenräume umstrukturiert und der Aussenraum begrünt werden.

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat die Sanierung Anfang Dezember unter Auflagen genehmigt, wie aus einem diese Woche publizierten Schreiben hervorgeht. Die Verfügung kann zwar noch angefochten werden, doch damit rechnen die Verantwortlichen nicht. Sämtliche involvierten Stellen des Bundes, des Kantons, der Standortgemeinde und der Denkmalpflege seien angehört worden, teilte VBS-Sprecher Renato Kalbermatten auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Das VBS gehe davon aus, dass die Sanierung wie geplant und bewilligt durchgeführt werde. Der Nationalrat sprach im September fast 72 Millionen Franken für das Sanierungsprojekt.

Nur noch 16er-"Schläge"

Augenfällig dürfte der Abbruch von vier Türmen auf der Hinterseite des mächtigen Gebäudes sein. Darin sind Sanitärräume wie Duschen, Toiletten und Waschgelegenheiten untergebracht.

Die vier Türme wurden bei der letzten Sanierung in den 1960er Jahren erstellt und sind am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Sie sollen durch zwei Türme ersetzt werden, die am gleichen Ort zu stehen kommen, wie die ursprünglichen zwei "Latrinen-Türme" aus dem Jahr 1865.

Die Sanierungsarbeiten werden in zwei Etappen vorgenommen, so dass jeweils die Hälfte der Kaserne bewohnbar bleibt. Ursprünglich gebaut wurde die Kaserne für fast 1200 Mann. Heute verfügt sie nach Angaben des VBS über 970 Betten in 18- Bett-Zimmern. Neu werden es noch 880 Betten in 16-Bett-Zimmern sein.

Bau von nationaler Bedeutung

Die Mannschaftskaserne I ist einer der wichtigsten, historischen Kasernenbauten der Schweiz. Die Kaserne prägt das nördliche Stadtbild von Thun und ist ein Blickfang bei der Zugeinfahrt nach Thun.

Thun ist seit dem 19. Jahrhundert eine Militärstadt. 1818 beschloss die Tagsatzung, in Thun eine eidgenössische Zentral-Militärschule zu gründen. Thun stach damals Bern, Zürich, Luzern und Lenzburg aus. Mit der weitläufigen Allmend verfügte Thun über einen idealen Ausbildungsplatz.

1841 erwarb der Staat die Allmend und 1864 wurde der Grundstein für die Mannschaftskaserne gelegt. Für 400 Pferde wurden grosszügige Stallungen gebaut, was wesentlich zu den Baukosten von 1,2 Millionen Franken beitrug – für damalige Verhältnisse eine riesige Summe. (sda)