Hinter Gittern beim Bahnhof

Hinter Gittern beim Bahnhof

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Beim Muttenzer Bahnhof soll ein Strafjustizzentrum entstehen. Nun sagte der Baselbieter Landrat Ja zum Bau des 74,2 Millionen Franken teuren Projekts und hiess den Kredit für den Neubau gut.
 
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Den Entwurf lieferten die Kunz und Mösch Architekten aus Basel.
 
Im Justizzentrum sollen das Straf-, Zwangsmassnahmen- und Jugendgericht sowie die Staatsanwaltschaft und das Bezirksgefängnis Arlesheim untergebracht werden. Läuft alles nach Plan, soll es 2013 bezogen werden. Die Vorlage war im Landrat unbestritten, allerdings enthielten sich die meisten Grünen der Stimme, und die Reihen der FDP waren während der Abstimmung gelichtet. Zuvor hatten die meisten Fraktionen gefordert, dass man jetzt entscheiden solle um das bereits seit zehn Jahren hängige Geschäft nicht weiter zu vertagen. Eine Lösung für die heute auf mehrere, auch unzulängliche Orte verzettelten Justizorgane sei dringend, hiess es. Die heutige Situation sei „des Kantons unwürdig“, und der Neubau sei „kein Luxus“. Bedenken, dass allenfalls "mit zu grosser Kelle angerichtet“ werde, hatten die Grünen. Es fehle auch nach wie vor eine Gesamtsicht zu den Justizbauten im Kanton. Weiter ungeklärt sei eine Lösung für das Kantonsgericht in Liestal.
 
Der Präsident der Bau- und Planungskommission verwies auf die hohe Kostengenauigkeit der Kreditvorlage: Diese liege bei plus oder minus fünf Prozent; üblich seien sonst 10 Prozent. Zu verdanken sei dies der zehnjährigen Leidensgeschichte der Vorlage, während der man die Zahlen genauer überprüft habe.

Zu tiefe Kostenannahmen

Ursprünglich waren für den Neubau bloss 45 Millionen Franken veranschlagt gewesen. Dieser Betrag hatte sich später als viel zu klein erwiesen. Auslöser waren zu tiefe Flächen- und Kostenannahmen in einer Machbarkeitsstudie gewesen. In der Folge musste der Landrat zusätzliche Projektierungskredite sprechen. Der Kommissionspräsident warnte davor, dass weitere Überarbeitungen das Projekt noch teurer machen könnten. Dabei verwies er auf das schlechte Beispiel der Schnellstrasse H2. Baudirektor Jörg Krähenbühl zeigte sich hingegen überzeugt, dass das Kostendach beim Justizzentrum einzuhalten sei, wenn es in den nächsten Jahren „keine Kostenexplosion“ gebe.
 
Gebaut wird das Projekt nach Plänen der Basler Architekten Kunz und Mösch. Ihr Vorschlag „Zizou“ hatte sich 2006 in einem Wettbewerb gegen rund 40 Projekte durch gesetzt. Es werde ein gut proportionierter fünfseitiger Baukörper vorgeschlagen, der sich bahnseitig linear zum Gleis entwickle und sich Richtung Grenzacherstrasse raumgreifend mit der Umgebung verzahne, schrieb die Bau- und Umweltschutzdirektion damals in ihrer Pressemitteilung zum neuen Strafjustizzentrum. (mai/sda)