„Himmlisches“ Projekt in Berns Münster

„Himmlisches“ Projekt in Berns Münster

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Teaserbild-Quelle: PD

„Himmlischer Hof“ - so werden die 87 Skulpturen genannt, welche die Schlusssteine des Chorgewölbes im Berner Münster bilden. Damit sie zum 500sten Geburtstag des Chors laut Jürg Schweizer, Vizepräsident der Münster-Stiftung, „nicht in neuem Glanz, aber in alter Würde“ erscheinen, werden sie nun aufwendig gereinigt und instandgesetzt.

Während der kommenden zwei Jahre befreien Restauratoren nun das Chorgewölbe ,das zu den reichsten spätgotischen Chorgewölben Europas zählt, von Spinnweben, Staub und Dreck. Hauptaufgabe der Fachleute ist die Reinigung des Gewölbes. Daneben müssen Risse beseitigt sowie lose Putz- und Malflächen gesichert werden. Damit „eine gute Gesamtwirkung“ entsteht, werden alle verschmutzten Steinflächen gesäubert. Wie die Münsterstiftung mitteilt, haben erste Untersuchungen gezeigt, dass der Zustand der Putzflächen, Gewölbe, Bildhauerarbeiten und der Bemalungen erstaunlich gut ist, sieht man von der massiven Verschmutzung und Verschwärzung durch die Luftheizung ab.

Für Arbeiten wird mit Kosten von zwei Millionen Franken gerechnet. Finanziert werden sie von der evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern, dem Kanton, der Stadt, der Burgergemeinde Bern und dem Bund für die Restaurationsarbeiten.                                                 

Bei den meisten der 87 Skulpturen, die sich rund 25 Meter über dem Boden befinden, handelt es sich um Heilige. Hierarchisch gestaffelt beginnt die Reihe im Osten mit einer Darstellung des Heiligen Geistes, von Gottvater und Christus. Danach folgen die Vorfahren Christi, Maria, die Apostel sowie Evangelistensymbole. Anschliessend finden sich Kirchenväter, Märtyrer und Heilige. Den Schluss bilden die sogenannten vier Gekrönten, deren Martyrium darin bestand, dass man ihnen Kronen mit langen Spitzen aufs Haupt geschlagen hatte. Sie waren im Mittelalter die Patrone der Bauhütten. Die Heiligenbilder werden von verschiedenen Bernerwappen eingefasst, in der Mitte der Decke prangt ein grosser Bernerbär. „Die Wappen erklären mit aller Deutlichkeit, dass nicht die Kirche, sondern Bern, der grösste Stadtstaat nördlich der Alpen, Bauherr des Münsters war“, erklärt Schweizer dazu.

Turm: Gerüst wird bis 2017 entfernt

Während im Innern des Münsters ein neues Gerüst die Sicht auf den Chor versperrt, will man bis Ende Jahr dafür etliche Gerüstteile, die derzeit den Turm verdecken, abbauen. Damit bleibt bis 2016 nur noch unterhalb und oberhalb des achteckigen Turmteils ein Etagengerüst bestehen. Dies, um die letzten Sanierungsarbeiten im Turminneren auszuführen. Ab 2017 dürfte dann erstmals seit 1950 kein Gerüst mehr die Sicht auf den Münsterturm stören. (mai/sda/mgt)

Eine Übersicht über die einzelnen Baustellen gibt es auf www.bernermuensterstiftung.ch