Himmelwärts: Bin-Laden baut mit Doka

Himmelwärts: Bin-Laden baut mit Doka

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Teaserbild-Quelle: Bild: pd
Nicht nur die Bausubstanz des Burj Khalifa, sondern auch sein Rekord als höchstes Gebäude der Welt bröckelt schon, denn im saudischen Dschidda ensteht gerade ein noch höheres, das dem ersteren auffallend ähnelt. Grund: derselbe Architekt.

Die Familie Bin-Laden ist seit Jahrzehnten ein geschätzter Geschäftspartner vieler westlicher Länder. So auch die Saudische Bin-Laden Gruppe (SBG), ein Bau- und Immobilienunternehmen in Dschidda, das von Bakr bin-Laden, dem Halbbruder des einst meistgesuchten Terroristen, ehemaligen Absolventen eines Nobelinternats in Bern und abgebrochenem Studenten des Bauingenieurwesens, geleitet wird. Heuer freut sich das im deutschen Amstetten ansässige Familienunternehmen Doka, ein weltweit führender Anbieter von Schalungslösungen für Ortbeton, über ein gemeinsames Bauprojekt mit der SBG.

Auftragnehmer Bin-Laden baut mit Doka den Kingdom Tower in Dschidda, nach Angaben des Schalungsbauers einer der grössten Aufträge seiner Firmengeschichte. Nach allen baulichen Superlativen, die man aus Asien gewohnt ist, bedarf es nur wenig Phantasie, um zu erraten, dass es wieder einmal um das höchste Gebäude der Welt geht – wenigstens zeitweilig. Ähnlich gewohnt ist auch das Mischnutzungskonzept solcher Immobilienprojekte, das stets aus Büros, Luxuswohnungen, Hotel und gehobenem Einzelhandel besteht. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.

Die Gesamtkosten des Projekts wurden mit 1,2 Milliarden US-Dollar (950 Millionen Euro) veranschlagt, und dem Vernehmen nach bewegt sich allein für Doka der Auftragswert bei dem Turmbau, der angeblich bis 2017 im Rohbau stehen soll, im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für den Entwurf des knapp einen Kilometer hohen und 167 Stockwerke umfassenden Gebäudes mit seiner offenen Aussichtsplattform auf der 157. Etage zeichnen Adrian Smith + Gordon Gill Architecture verantwortlich. Mr. Smith aus Chicago hatte bereits den zerbröselnden 830 Meter hohen Burj Khalifa entworfen, was die optische Ähnlichkeit mit dem neuen Kingdom Tower erklärt.

Doka entwickelte als Komplettanbieter die gesamte Schalungslösung und nennt als besondere Herausforderungen die sich verjüngende Struktur sowie, dass das Klettersystem Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde standhalten muss. Das Unternehmen liefert Selbstklettersysteme ebenso wie Wand- und Deckenschalungen. Doka werden aber auch Dienstleistungen abverlangt, die von der Logistik- und Materialplanung über vormontierte Schalungs- und Selbstklettereinheiten bis zum Einsatz von Richtmeistern vor Ort reichen.

Wegen seiner exponierten Lage auf einer Landzunge kommt die einen Kilometer hohe Konstruktion aus Stahlbeton und Stahl auf 270 von der Bauer AG hergestellten Gründungspfählen zu stehen, die bis zu 110 Meter lang sind und allein ein Auftragsvolumen von 25 Millionen Euro haben.(tw)