Herbe, schwer zugängliche Baukunst

Herbe, schwer zugängliche Baukunst

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Die Heinrich-Tessenow-Gesellschaft e.V. ehrt den Basler Architekten Roger Diener. Sie verleiht ihm die Heinrich-Tessenow-Medaille 2011 und würdigt damit das „von einer bemerkenswerten und beispielhaften Haltung geprägte Werk“ des 61-Jährigen.
 
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Mit Roger Diener erhält zum zweiten Mal ein Schweizer die Medaille; 2002 wurde Peter Märkli ausgezeichnet.
 
Für sein architektonisches Gesamtwerk wird der Basler Architekt Roger Diener am 4. Mai mit der Heinrich-Tessenow-Medaille 2011 ausgezeichnet. Mit seinen Entwürfen stelle Roger Diener dem auf schnellen Konsum und Verbrauch zielenden Bauten eine Architektur mit sparsam verwendeten einfachen Mustern, Typologien und Mitteln gegenüber, begründet die gleichnamige Gesellschaft ihre Wahl. Es handle sich "um eine zuweilen sachlich-herbe Architektur, zu der der Zugang erst mit der Zeit und dafür umso nachhaltiger" gelinge. Überhaupt seien die Bauten vom Büro Diener und Diener städtische Architekturen, die sich unabhängig von Grösse und Massstab durch Zurückhaltung, formale Beschränkung und gleichzeitig Eleganz auszeichnen würden.
 
Der 1950 geborene Roger Diener arbeitet in dem von seinem Vater gegründeten Architekturbüro Diener und Diener, das in Basel und Berlin rund 50 Mitarbeiter hat. Sie entwerfen Gebäude für Verwaltung, Ausbildung oder Kultur sowie Masterpläne für grössere städtische Gebiete – Neubauten oder Erweiterungen von Baudenkmälern. Im Porfolio stehen die Schweizer Botschaft in Berlin, Wohnbauten in Basel, Zürich, Paris, Amsterdam und Antwerpen, aber auch Firmensitze und Einkaufszentren, Kunstmuseen in Biel und Luzern, das Museum für Naturkunde in Berlin, Universitätsbauten in Malmö und das Mémorial de la Shoah in Drancy.
 
Die Heinrich-Tessenow-Medaille wird im Gedenken an den grossen Architekten, Baumeister und Hochschullehrer Heinrich Tessenow europäischen Persönlichkeiten zuerkannt, die Hervorragendes in der architektonischen, handwerklichen und industriellen Formgebung und in der Erziehung zu Wohn- und Baukultur geleistet haben oder deren Wirken dem vielseitigen Lebenswerk Heinrich Tessenows entspricht. Die Auszeichnung erfolgt durch die Heinrich Tessenow-Gesellschaft. Frühere Preisträger waren unter anderem Kay Fisker, Hans Döllgast, Giorgio Grassi, David Chipperfield, Eduardo Souto de Moura, Peter Märkli, Mirosloav Sìk, Sergison Bates und Richard Sennett. (ffi/mgt)