Heimatschutz über das Bauen für die Energiewende

Heimatschutz über das Bauen für die Energiewende

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Jährlich fliessen in der Schweiz mehrere hundert Millionen Franken als Subventionen in energetische Sanierungen. Doch dieses Geld wird nach Ansicht des Schweizer Heimatschutzes nicht nur sinnvoll investiert: in die falschen Objekte oder in unsorgfältige Sanierungen. In seiner neu lancierten Reihe „Edition Heimatschutz“ bezieht er Stellung und präsentiert vorbildliche Projekte.

Der Schweizer Heimatschutz begrüsse den Grundsatz der Energiewende, heisst es in der Medienmitteilung zu den ersten beiden erschienen Publikationen. Bund und Kantone hätten in den letzten Jahren zu Recht die Ertüchtigung des Baubestandes gefördert. Allerdings wendet der Heimatschutz ein, dass die milliardenschwere Subventionen und Steuereingaben bauwillige Liegenschaftseigentümer unterstützen und der Wert ihrer Liegenschaften nicht beachtet wird. Jedes Haus sei anders: Ein identitätsstiftendes Gebäude in der Altstadt weise nicht denselben kulturellen und wirtschaftlichen Wert auf wie ein Einfamilienhaus auf der Wiese. Ähnliches gilt für die ökologische Nutzung. Darum müssen laut Heimatschutz Faktoren wie Raumplanung, Mobilität und Graue Energie stärker berücksichtigt werden. Mit der „Edition Heimatschutz“ mischt er sich in die Diskussion ein und stellt vorbildliche Projekte vor.

Labels kritisch beleuchtet

In Ausgabe eins versucht der Heimatschutz unter dem Motto „Gesamtbetrachtung“ Wege zum nachhaltigen Bauen aufzuzeigen. Dabei werden allgemeine Themen angesprochen, etwa die verschiedenen Gebäudetypen und ihr Energieverbrauch oder wie eine energetische Gebäudeaufwertung geplant werden sollte. Daneben geht die erste Ausgabe auf die verschiedenen Energielabels sowie –zertifikate ein und hinterfragt diese zum Teil. Minergie sei ohne Zweifel eine quantitative Erfolgsgeschichte, ist zu lesen. Weil das Minergie-Zertifikat das Haus als ein in sich geschlossenes System bewertet, kann die Effizienz von Gebäuden untereinander verglichen werden. „Dass ein Haus  ortsgebunden ist und je nach Lage unterschiedliche Mobilität und Infrastrukturen auslöst, wird hingegen ausgeblendet“, heisst es. Ebenso spielten beim einfachen Minergie-Zertifkat die aufgewendete Graue Energie und die Umweltverträglichhkeit von Baustoffen keine Rolle.

Vom Stall zum Einfamilienhaus

Ausgabe zwei ergänzt das erste Heft mit unterschiedlichen, in den Augen des Heimatschutzes gut gelösten Projekten. Die Bandbreite ist gross: Sie reicht von der 50er-Jahre-Genossenschaftssiedlung in Basel, die 200-Watt-Gesellschaft-tauglich gemacht wurde, über die Umnutzung eines Pferdestalls aus dem 18. Jahrhundert in der Nähe von Genf  bis hin zum Umbau eines Sichtbeton-Einfamilienhauses aus den 70er Jahren in Wettingen AG. Ein ausführlicher Text wird jeweils von einer Auflistung der energetischen Verbesserungsmassnahmen, von Grundrissen und je nach dem von einem Querschnitt sowie Innenaufnahmen ergänzt. Daneben werden Daten zum Flächen- und Kubikmeterverbrauch sowie zum Wärmeverbrauch und zur Wärmeproduktion aufgelistet. Die Investitionskosten sind ebenfalls zu erfahren.  (mai)

Die Hefte können hier bestellt werden: www.heimatschutz.ch