Heidelbergcement und Italcementi wollen fusionieren

Heidelbergcement und Italcementi wollen fusionieren

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Die nächste Fusion zweier Riesen steht bevor. Nach dem Zusammenschluss von Lafarge und Holcim will der deutsche Baustoffkonzern Heidelbergcement seinen italienischen Branchenkollegen Italcementi kaufen. Dies hat Heidelbergcement dieser Tage bekannt gegeben.  

In einem ersten Schritt hat Heidelbergcement nun mit der Finanzholding Italmobiliare den Kauf ihres 45-Prozent-Pakets vereinbart. Der Preis liegt bei 10,60 Euro je Italcementi-Aktie oder bei insgesamt 1,67 Milliarden Euro. Einen Teil davon will Heidelbergcement in eigenen, noch auszugebenden Aktien bezahlen, den Rest in bar. Insbesondere bei den Italienern knallten darauf die am Aktienmarkt die Champagnerkorken. Im ausserbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz sprangen Italcementi um mehr als 40 Prozent nach oben. Heidelbergcement legten um gut 2 Prozent zu.

Pflichtangebot voraussichtlich im 2016

Der Anteilserwerb soll nach den erforderlichen Kartellfreigaben im Geschäftsjahr 2016 abgeschlossen sein. Anschliessend wird Heidelbergcement den verbliebenen Aktionären ein Pflichtangebot über voraussichtlich ebenfalls 10,60 Euro je Aktie machen. Bei diesem Angebotspreis würde Italcementi insgesamt mit 3,7 Milliarden Euro bewertet. Schon im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Abschluss rechnen die Deutschen mit einem positiven Einfluss auf das Ergebnis je Aktie. Auch ansonsten zeigte sich Heidelbergcement euphorisch. „Kein anderes Unternehmen der Branche ergänzt unser operatives Geschäft so gut wie Italcementi“, sagte Vorstandschef Bernd Scheifele.

Quartalszahlen: leicht höherer Gewinn

Bis 2018 sollen Einsparungen von jährlich mindestens 175 Millionen Euro erzielt werden. Angesichts der positiven Aspekte der Transaktion rechnet Heidelbergcement nun bis 2019 mit einem Umsatz von über 20 Milliarden Euro (zuvor 17). Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen es mehr als 5 Milliarden Euro (zuvor 4) werden.

Vor diesem Hintergrund gerieten die Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen schon am Vorabend der geplanten Berichterstattung vorlegte, zur Nebensache. So legte der Konzernumsatz bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe um 0,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen stieg um 6 Prozent auf 752 Millionen Euro. Während Experten bei den Erlösen etwas mehr erwartet hatten, fiel der Gewinn leicht höher aus. (awp.ch/mai)