Haus der Nachhaltigkeit: Holz und gestampfter Lehm

Haus der Nachhaltigkeit: Holz und gestampfter Lehm

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Archaische Traditionen und zeitgenössische Klimatechnik ergänzen sich. Dies zeigt das Siegerprojekt, das aus dem Wettbewerb für das Haus der Nachhaltigkeit in Rugell FL hervor gegangen ist.  Es stammt aus der Feder von Ivan Cavegn, der für seinen Vorschlag eng mit Martin Rauch zusammen gearbeitet hat.

Im liechtensteinischen Ruggell soll ein „Haus der Nachhaltigkeit“ entstehen, mit Vorbildcharakter und internationaler Ausstrahlung. Ist es gebaut, werden hier Büros von Nonprofit-Organisationen wie der Internationalen Alpenschutzkomission CIPRA, die sich für nachhaltige Entwicklung engagieren, einziehen.

Für das prestigeträchtige Projekt hatte die Liechtensteiner Stiftung für Nachhaltigkeit einen anspruchsvollen Architekturwettbewerb ausgeschrieben: Das Gebäude sollte etwa einen „niedrigsten Energieverbrauch“ aufweisen, auch in Bezug auf graue Energie, Nutzung und Produktion erneuerbarer Energie. Beim Bau sollte auf regionale und ökologisch hochwertige Baustoffe gesetzt werden. Ein ökologisches Betriebskonzept und ein soziales Nutzungskonzept waren ebenfalls gefordert. Zudem mussten sich die Architekten ein „vorbildliches Verkehrskonzept ohne Parkhalle“ ausdenken.

Die Jury unter dem Vorsitz von „Hochparterre“-Chefredaktor Köbi Gantenbein  entschied sich schliesslich für das Projekt des Teams des Schaaner Architekten Ivan Cavegn, der einen Holz- und Stampflehmbau vorgeschlagen und dafür mit dem Lehmbauexperten Martin Rauch zusammengespannt hatte. Sie konzipierten ein fünfstöckiges Gebäude mit einem steilen, asymmetrischen Satteldach, dessen Sockel ebenso wie der Kern des Bauwerks aus Stampflehm besteht. Um diesen  Kern, der auf einer als Wärmespeicher nutzbaren Platte gestellt wird, wird dann das Gebäude aus Holz aufgerichtet. Die Jury lobte, dass so archaische Tradition mit zeitgenössischer Haus- und Klimatechnik verbunden würden.

Auch was die Gestaltung betrifft, überzeugte Cavegns und Rauchs Vorschlag. Dies unter anderem wegen des markanten Dachs und der sternförmigen Elemente in der Holzfassade. Die Verzierungen nehmen Bezug zur Baugeschichte der Umgebung, bevor diese Art der Dekoration laut Jury in der „landläufigen Bauerei“ untergangen sei. (mai)

Website zum Projekt: www.nachhaltigkeit.li