Harter Franken und regionale Wirtschaft

Harter Franken und regionale Wirtschaft

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Der starke Franken bremst die regionale Wirtschaft. Während die Unternehmen des Chemie-, Pharma-, Biotech- und des Investitionsgüterbreichs negative oder stark negative Auswirkungen erwarten,  blicken Baufirmen eher entspannt auf die konjunkturelle Entwicklung. Dies zeigt eine Umfrage des BAK Basel und der  Basler Kantonalbank (BLKB).

Seit die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs zum Euro aufgehoben hat, sind die Rahmenbedingungen für die Unternehmen schwieriger geworden. Das BAK Basel hat in Zusammenarbeit mit der BLKB bei den Firmenkunden eine Umfrage durchgeführt. Von den rund 1‘100 teilnehmenden Unternehmen erwartet rund die Hälfte keine negativen Auswirkungen auf den Geschäftsgang, zirka 6% rechnen gar mit positiven Effekten. Das BAK Basel vermutet den Grund hierfür darin, dass die Firmen ihre Margen dank günstiger Einkaufskonditionen für Vorleistungen aus dem Euroraum erhöhen können.

Betrachtet man die einzelnen Branchen, sticht heraus, dass vor allem Unternehmen aus den Bereichen Chemie und Pharma (80 Prozent), der Investitionsgüterindustrie (80%), aus dem Motorfahrzeughandel (76%) und dem Gastgewerbe (72%) die grössten negativen Konsequenzen erwarten. Dies dürfte an der Exportabhängigkeit liegen, aber auch an der starken Konkurrenz aus dem grenznahen Ausland.

Am wenigsten mit negativen Folgen rechnen das Baugewerbe (24%) und das Gesundheitswesen (10%).  Positive Effekte erwarten der Grosshandel (18%) und die sonstige Industrie (15%).

Vorleistungen aus dem Euroraum

Es wurde nicht nur nach den absehbaren Auswirkungen auf den Geschäftsgang gefragt, sondern auch nach allfälligen Massnahmen. Hier zeigte sich, dass rund ein Drittel der Befragten darüber nachdenkt, vermehrt Vorleistungen aus dem Euroraum einzukaufen. An zweiter Stelle der meistgenannten Massnahmen erwägen 13% auch die Entlassung von Angestellten, dies betrifft vor allem die Investitionsgüterindustrie und den Motorfahrzeughandel. Knapp dahinter folgen höhere Preise, längere Arbeitszeiten und tiefere  Löhne. Arbeitsplätze ins Ausland zu verlegen, ziehen zurzeit weniger als 5% der Umfrageteilnehmer in Betracht. (mai/mgt)