Hafenträume am Bodensee

Hafenträume am Bodensee

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Seit Jahrzehnten träumen die Kesswiler von einem neuen Hafen. Nach einem nein des Bundesgerichts wurde es still um das Projekt. Nun macht die Bodenseegemeinde einen weiteren Anlauf.
 
Der neue Hafen von Kesswil am Bodensee hätte etwas Besonderes werden sollen: Sie war als Schwimmsteganlage für 100 Boote geplant, zwischen zwei künstlichen Inseln, die rund 40 Meter vom Ufer entfernt liegen. Als Zugang war ein Holzsteg vorgesehen und als Schutz vor den Wellen eine Wand aus Stahlprofilen und Bohlen. Das war vor rund 20 Jahren. Vor 17 Jahren stimmte das Dorf über das Projekt ab und gab schliesslich grünes Licht für die Anlage. Doch Heimatschutz und Umweltverbänden passte der Neubau nicht, auch vor den Anstössern fanden die Pläne der Gemeinde keine Gnade. Schliesslich landete das Bauvorhaben vor Bundesgericht. Der darauf folgende Rechtsstreit dauerte sieben Jahre, 2003 sagten die Richter nein zum Inselhafen. Grund für das Aus des Projekts war einerseits, dass die Anlage das geschützte Ortsbild der Bodenseegemeinde in Augen von Richtern und der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission verunstaltet ,andererseits den „wichtigsten seeseits erhaltenden Freiraum“ zerstört hätte.
 
Doch nun nimmt die Gemeinde einen weiteren Anlauf. Dies berichtet die aktuelle Ausgabe der „Thurgauer Zeitung“. Sie will die Planung eines neuen Hafens an die Hand nehmen. Zumal der revidierte, kantonale Richtplan explizit einen neuen Hafen vorsieht. Wie die Zeitung schreibt, steht der ursprünglich geplante Standort des künftigen Hafens beim Gondelhafen im Vordergrund. Wie Josef Kolb von der Ortsplanungskommission im Artikel zitiert wird, ist aber auch ein anderer Platz denkbar. (mai)