Häuser der Erinnerungen

Häuser der Erinnerungen

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Zum ersten Mal wurde der Pritzker-Preis nach China vergeben: Die Jury der weltweit höchsten Auszeichnung für Architekten ehrt dieses Jahr Wang Shu für seine Bauten, die von der traditionellen chinesischen Architektur inspiriert sind und auf Recycling setzen.
 
Seine Werke bilden einen fast spröden Kontrast zu den glamourösen Wolkenkratzern und übrigen Projekten der Superlative, die zurzeit im Zuge des chinesischen Baubooms entstehen. Nach dem Studium arbeitete Wang Shu zehn Jahre auf Baustellen, um sich alte Handwerkstechniken anzueignen. Dies schlägt sich in seinen Bauten nieder. Er verwendet immer wieder bereits gebrauchte Baustoffe. «Für mich ist Material mehr als nur Material. Es enthält die Erfahrung und die Erinnerung von Menschen», sagt der Architekt. Besonders eindrücklich vermittelt diesen Gedanken das 2008 fertig gestellte Museum für Geschichte in Ningbo, dessen Fassade aus unzähligen, kleinen Bruchstücken zu bestehen scheint.
 
Wang Shus Umgang mit dem Thema «Vergangenheit und Zukunft» hat denn auch die Jury beeindruckt. Seine Architektur sei «zeitlos, tief verwurzelt in ihrem ­Umfeld und dennoch uni-versell». (mai)