Hadids Messner-Museum im Fels

Hadids Messner-Museum im Fels

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Im MMM Corones geht auf 2275 Metern Höhe um traditionelle Bergabenteuer. Bild: Zaha Hadid Architects

2275 Meter über Meer ist das sechste Messner Mountain Museum (MMM) eröffnet worden. Auf dem Kronplatz-Gipfel im Südtirol haben alle Beteiligten Grosses geleistet und einen extravaganten, kurvigen Bau von Zaha Hadid in den Berg getrieben.

Vom Südtiroler Skiberg Kronplatz geniessen die Besucher ein eindrückliches Panorama, das von den Zillertaler Alpen über den Ortler bis zu den Dolomiten reicht. Hier oben hat Reinhold Messner sein wohl letztes Museum realisiert. Seit dem 24. Juli ist das MMM Corones geöffnet, das sich dem Thema „Fels“ und den grossen Bergwänden als Königsdisziplin des Alpinismus widmet. Das ursprüngliche, traditionelle Bergsteigen soll hier mitten auf dem gut erschlossenen Ski- und Wanderberg wieder auferstehen.

Spektakulär in den Untergrund

Das sechste Messner-Museum punktet mit Zaha Hadids kurvenreicher, fliessender Architektur. Es ist zum grossen Teil unterirdisch in mehreren Ebenen angelegt, weshalb mit 1000 Quadratmetern nur eine vergleichsweise geringe Fläche bebaut wurde. 4000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden. Dank der unterirdischen Bauweise wird das Museum im Sommer wie im Winter ein konstantes Temperatur-Niveau halten und somit energieeffizient sein. In der obersten Ebene befindet sich der Eingangsbereich mit den Kassen. Von dort führen Treppen wie Kaskaden über drei Ausstellungsebenen in die Tiefe. Eine zentrale Ausstellungsfläche als Mittelpunkt des Museums bietet Platz für grössere Exponate und Präsentationen. Im untersten Geschoss passieren die Besucher auf ihrem Rundgang verglaste Aussichtsfenster und gelangen zu einer knapp 40 Quadratmeter grossen Panorama-Terrasse.

Doppelt gekrümmte Fertigbetonteile

Wände, Decken, sowie auch von aussen sichtbare, architektonische Elemente wie der Eingangsbereich, die Panoramaterrasse sowie die Panoramafenster wurden mit speziellen Fertigbetonteilen verkleidet. Deren doppelt gekrümmte Geometrien brachten den Hersteller an die Grenze des Machbaren. Dank der aufwändig hergestellten Verschalungselemente konnte die abgerundete, kurvige Architektur des Gebäudes überhaupt erst realisiert werden. Auch der Transport der Fertigbetonteile war eine Herausforderung. Sie wurden zunächst per Sattelschlepper angeliefert und dann für die Auffahrt auf den Berg auf kleinere LKWs verladen. Dort erfolgt die Verteilung der Platten über die gesamte Baustelle mit geländegeeigneten Baggern. (gd)