Gutes Jahr mit Abkühlung im Winter

Gutes Jahr mit Abkühlung im Winter

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Teaserbild-Quelle: Grafiken: «baublatt»
 
Die Zahl der Baugesuche für Oktober 2010 war durchschnittlich, verglichen mit dem gleichen Monat in den vergangenen zehn Jahren. Immerhin wurden gegenüber dem Oktober des krisengeprägten Vorjahrs 1,4 Prozent mehr Baugesuche eingereicht und 3,6 Prozent mehr Baubewilligungen erteilt. Der Zehnmonatsvergleich zeigt zudem, dass mittlerweile die Bauwirtschaft den Rückgang im Krisenjahr definitiv überwunden hat. Auf diese Zeitspanne gerechnet sind sowohl die Baugesuche als auch die Baubewilligungen gegenüber dem Vorjahr um 4,7 respektive 6,7 Prozent gestiegen. Das künftige Bauvolumen erreicht damit wieder das Niveau der konjunkturell starken Bauwirtschaft der Jahre 2004 bis 2008.


Wirtschaft investiert in Bauten


Im Hochbau werden vor allem Mehrfamilienhäuser gebaut. Die Baugesuche in diesem Segment nahmen gegenüber dem Oktober des Vorjahrs um 23,4 Prozent zu. Demgegenüber stagnierte der Neubau von Einfamilienhäusern beinahe. In Industrie und Gewerbe machte sich, dank klar anziehender Konjunktur, wieder Mut breit, in die Gebäude zu investieren. Entsprechend stiegen die Gesuche in diesem Sektor um 18,2 Prozent und auch in Handel und Verwaltung legten sie um 6,6 Prozent zu. Eine nachlassende Dynamik ist im Vergleich zum Oktober des Vorjahrs im Bereich Infrastruktur/Verkehr festzustellen. Die Gesuche für Verkehrsbauten (Bahnlinien, Autobahnen, Strassen etc.) nahmen um 14,5 Prozent ab, die Infrastrukturbauten (Telekommunikationsnetz, Kanalisation, Deponien etc.) um 11,3 und die Brücken- und Wasserbauten um 4,9 Prozent.


Vor allem Westschweiz legt zu


Am meisten nahmen die Baugesuche im Vergleich zum September 2009 in der Westschweiz zu (9,7 Prozent), während sie in der Deutschschweiz stagnierten (-O,2) und im Tessin stark sanken (-12,3). Vor allem in Neuenburg (51,4 Prozent), Genf (35,9) und Waadt (16,4) legten sie massiv zu. Demgegenüber waren sie rückläufig in den dicht besiedelten Deutschschweizer Kantonen Basel-Land (-15 Prozent), Zug (-15), Zürich (-8,1), Aargau (-6) und Basel-Stadt (-4,6).

Der KOF-«baublatt»-Indikator (siehe «baublatt» 44/2010) deutet auf eine erhebliche Expansion der Baubranche hin. Doch wie bereits der eher unterkühlte Oktober 2010 andeutet, geht sowohl der Wohnbau als auch die gesamte Bautätigkeit um 5 beziehungsweise 10 Prozent zurück. In den ersten beiden Quartalen 2011 dürften die Wohnbauinvestitionen wieder deutlich steigen und 18 Prozent über den im Vorjahr verzeichneten Werten liegen. Die gesamten Bauinvestitionen nehmen gemäss Prognose im ersten Quartal 2011 um 14 Prozent und im zweiten Quartal um 21 Prozent ähnlich stark zu. Im ersten Halbjahr sollen sie 14 Milliarden Franken betragen; die Hälfte davon fällt dem Wohnbau zu.
 
(ur)