Gute Chancen für die Geothermie

Gute Chancen für die Geothermie

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In der Energiepolitik der Kantone Thurgau und Schaffhausen soll die Geothermie künftig einen wichtigeren Stellenwert erhalten. Dazu will man bis im Sommer 2010 ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Dies berichtete vor kurzem das "St. Galler Tagblatt".
 
Aus diesem Vorhaben soll sich eine vertiefte Zusammenarbeit der Kantone Thurgau und Schaffhausen ergeben. Dies wurde anlässlich der Vorstellung der "Geothermie Potenzialstudie Thurgau-Schaffhausen" von Regierungsrat Reto Dubach, Schaffhausen, zum Ausdruck gebracht. Andrea Paoli, Leiter der Energiefachstellen des Kantons Schaffhausen und des Kantons Thurgau erklärte, dass die beiden Kantone den Beitrag zur Nutzung erneuerbaren Energien und zur Steigerung der Energie-Effizienz spürbar erhöhen wollen.
 
Wie der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer, in einem Interview mit dem "St. Galler Tagblatt" ausführt, geht es vor allem um die "untiefe Geothermie", also um Tiefen von bis zu 400 Metern. Die Nutzung von Erdwärme mit Wärmepumpen und Erdwärmesonden erlebt in beiden Kantonen so etwas wie einen Boom, vor allem im Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Die Potenzialstudie zeigt eindrücklich auf, dass beide Kantonsgebiete tektonisch sehr gute Voraussetzungen haben für eine wirtschaftliche Nutzung der "untiefen Geothermie".
 
Der Thurgau verfüge über ein Nutzungspotential auch in der tiefen Geothermie, bis 5000 Meter Tiefe über wasserführende Schichten (Aquifere), wie Schläpfer weiter festhält. Dort seien Temperaturen von 40 bis 150 Grad Celsius zu erwarten. Für eine Stromproduktion sind mindestens 100 Grad nötig. Solch hohe Temperaturen werden vor allem im südlichen Kantonsteil erwartet. Im nördlichen Teil dürfe immerhin noch mit einem beträchtliches Potenzial für die Gebäudeheizung gerechnet werden.
 
Da die Kenntnisse über die Beschaffenheit dieser tiefen Lagen noch relativ bescheiden seien, ergibt sich für dieses Gebiet die Notwendigkeit seismischer Messungen, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Wie die Thurgauer Zeitung schreibt, dass die Erarbeitung eines Konzeptes zur verstärkten Nutzung der untiefen Geothermie durch das Departament von Regierungsrat Kaspar Schläpfer bis Sommer 2010 erfolgen soll. (mai)