Gut platzierte Schweizer

Gut platzierte Schweizer

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Teaserbild-Quelle: zvg
Die Holcim Awards zeichnen innovative und nachhaltige Projekte aus. Kürzlich wurden der Regionale Award für Europa und derjenige für die Region Afrika und Mittlerer Osten vergeben. Von den insgesamt 50 Auszeichnungen gingen drei an Schweizer Teams.
 
 
Die Holcim Awards werden im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs vergeben. Dabei geht es um besonders zukunftsorientierte Projekt auf regionaler und globaler Ebene. Die Auszeichnung soll Architekten, Planer und Bauherren ermutigen, über herkömmliche Vorstellungen des nachhaltigen Bauens hinauszugehen und ökologische, soziale und ökonomische Anliegen miteinander in Einklang zu bringen. Unter den insgesamt 50 ausgezeichneten Projekten befinden sich drei aus der Schweiz: Ein Team der ETH um Fabio Gramazio und Matthias Kohler wurde mit einem Annerkennungspreis des Europäischen Holcim-Awards geehrt. Ausgezeichnet wurden auch zwei Projekte im Zusammenhang mit dem Holcim-Award der Region Afrika und Mittlerer Osten: ein Team der Fachhochschule Bern und an die Bob Gysin Partner BGP Architekten.
 
Fabio Gramazio und Matthias Kohler: Neue Technologie für Betonverschalungen
Das ETH-Team um Fabio Gramazio und Matthias Kohler hat ein verblüffendes Verschalungs-Verfahren entwickelt. Mit diesem lassen sich Betonstrukturen giessen mit Hilfe von Wachsverschalungen, die auf einer von Robotern hergestellten Sand-Gussform basieren. Im Gegensatz zu heutigen Verschalungsverfahren für Freiformen, die auf der einmaligen Verwendung von Polystyren oder Sperrholz gründen, ist Wachs wieder verwertbar.
 
Bob Gysin Partner BGP Architekten: Ganzheitlich und effizient in klimatisch schwierigem Umfeld
Mit dem Swiss Village Sprinter Building im Masdar, entwickelt von Bob Gysin Partner BGP Architekten, wurde in der Region Mittlerer Osten/Afrika ein Projekt ausgezeichnet bei welchem die Jury besonders den „sustainable by design“-Ansatz des Gebäudes würdigte. Nachhaltigkeit, so die Jury, sei eine architektonische Qualität, wenn ein Gebäude in seiner Form und Funktion auf seine soziale und physische Umgebung reagiere und so einen effizienten Umgang mit den Ressourcen bewirke. Das Projekt wird als vorbildliches Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz in einer klimatisch schwierigen und technisch anspruchsvollen Umgebung bezeichnet.
 
Berner Fachhochschule (BFH): Günstiges Baumaterial aus Pflanzenabfällen
Das Projekt der Berner Fachhochschule hatte zum Ziel, Baumaterialien einfacher, billiger und damit für breitere Bevölkerungsgruppen verfügbar zu machen. Dank der Verwendung von Reststoffen aus der Landwirtschaft und der Reduktion des Imports von anderen Baumaterialien ergeben sich neue Möglichkeiten. Als Verbundstoff für das Basismaterial aus Maiskolben, Reishülsen und Erdnussschalen zur Herstellung von Bauplatten dient formaldehydarmes Tannin anstelle herkömmlicher synthetischer Klebstoffe. Sein Einsatz bei der Produktion von Baustoffen basiert auf einer Entwicklung der BFH. - Das Projekt steht unter der Leitung von Charles Job, Professor für Entwurfstheorie in der Architekturausbildung. Die Laborarbeiten fanden zusammen mit Partnern der Nigerianischen Universitäten in Enugu und Zaria unter der Koordination von Andreas Rosenkranz statt der seine Masterarbeit innerhalb dieses Projektes verfasste. Die entwickelten Platten wurden diversen Tests unterzogen und mit den durch EN Standards für Baumaterial vorgegebenen Richtwerten verglichen. Um das Produkt in Nigeria einzuführen, sucht das Projektteam nun einen Partner vor Ort. Zudem soll ein Prototyphaus gebaut werden, um das Potenzial des neuen Werkstoffs breiter bekannt zu machen. (mai/mgt)
 
Welches Projekt den ersten Preis gewann, erfahren Sie im aktuellen "baublatt" auf Seite 10.