Günstiger mieten und kaufen in der Agglo

Günstiger mieten und kaufen in der Agglo

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Wohnungsknappheit und teure Mieten in den grossen Städten haben während der vergangenen Jahre Schweizer Haushalte vermehrt in die Agglomerationen verdrängt. Es sind vor allem junge, gut verdienende, oft kinderlose Zuwanderer, die die steigenden Mieten noch bezahlen können. Dies berichtet die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Die Volkswirtschaft“ des Seco.
 
Sie kommen leichter an Wohnungen als manche Schweizer. Ihre Einkommen hätten im Durchschnitt in den vergangenen Jahren stärker zugelegt als jene der Schweizer, heisst es im Artikel in "Die Volkswirtschaft" des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) weiter. Schweizer mieten verstärkt günstigere Wohnungen in den städtischen Randgebieten, oder sie kaufen dort Wohneigentum. Beim Wohneigentum sind Ausländer allerdings noch klar in der Unterzahl. Weil in Agglomerationen mehr gebaut worden sei, habe die Nachfrage nach Wohneigentum zwischen 2004 und 2009 allmählich immer besser bedient werden können, heisst es im Artikel. Hingegen wurde die Lage bei den Mietwohnungen mit der Einführung der Personenfreizügigkeit prekärer: Wegen der starken Zuwanderung gut ausgebildeter Berufsleute hat sich die Lage laut „Die Volkswirtschaft“ während der Jahre 2008 und 2009 verschärft.

Knappe Anzahl Mietwohnungen in Zürich, Zug und Genf

In den Jahren 2004 bis 2009 seien am stärksten die Zentren um Zürich und Zug sowie die Genfersee-Region von der Knappheit an Mietwohnungen betroffen gewesen. Dies ging einher mit stark steigenden Mieten: In Zürich stiegen die Mieten um 9,7 Prozent und im Raum Zug um 10,6 Prozent, wie die Autoren Silvio Graf, Armin Jans und Daniel Sager errechnet haben. Lausanne und Genf erlebten während derselben Jahre einen Mietpreisanstieg von 14,5 Prozent respektive 18,3 Prozent. In Zug und Zürich, den am allerstärksten betroffenen Gebieten, sei der Anstieg 2009 etwas gebremst worden, bei weiter hohen Mietpreisen.
 
Das Wachstum von Haushalten, das 2004 bis 2009 rund sechs Prozent betragen hatte, geht zu zwei Dritteln auf Ausländer zurück. Die gutverdienenden Zuwanderer wechseln vor allem direkt nach dem Umzug in die Schweiz ihre Wohnungen häufiger und sind dadurch auf dem Wohnungsmarkt besonders präsent. Während die gut verdienenden Zuwanderer gegenüber den Schweizern einen gewissen Wettbewerbsdruck erzeugten, seien die finanziell schlechter gestellten Ausländer nach wie vor keine Konkurrenz: Diese würden generell in weniger attraktiven Wohnungen leben als vergleichbare Schweizer Haushalte, resümiert der Beitrag. Im billigsten Wohnsegment gibt es immer weniger Schweizer Mieter. (sda)