Grünes, wildes „Naturjuwel“

Grünes, wildes „Naturjuwel“

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Teaserbild-Quelle: Michel Roggo / roggo.ch
Auf weiten Strecken von der Zivilisation unberührt, gräbt sich die Sense durch eine wildromantische Schlucht. Sie zählt zu den letzten natürlichen Alpenflüssen Europas. Für den WWF Deutschland ist sie ein „Naturjuwel“: In einer Studie zu den Alpenflüssen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat ihr die Naturschutzorganisation die Bestnote verliehen.
 
Michel Roggo / roggo.ch
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Michel Roggo / roggo.ch
Die Sense ist auf weiten Strecken nicht zugänglich.
 
Die Studienautoren untersuchten die Naturnähe von 15 Gewässern. Entscheidend waren Faktoren wie Wasserqualität, biologische Durchgängigkeit und Lebensräume. Die Autoren kamen zum Schluss, dass nur noch zehn Prozent dieser Flussstrecken natürlich sind. Nicht bei der Sense: Die Experten stuften 95 Prozent des 36 Kilometer langen Grenzflusses zwischen den Kantonen Bern und Freiburg als natürlich ein. Damit schnitt sie am besten ab. Die übrigen überprüften Schweizer Flüsse – die Reuss und die Thur – liegen im Mittelfeld.
 
Dem WWF Freiburg kommt die Auszeichnung gelegen. Die Sol E, eine Tochterfirma der Bernischen Kraftwerke (BKW), plant in der Sense bei Zollhaus in Plaffeien FR ein Wasserkraftwerk. Ende Monat wollen die BKW ein entsprechendes Vorgesuch einreichen. Bewilligt der Kanton dereinst auch ein Konzessionsgesuch, will der WWF dagegen kämpfen. "Es gibt genügend andere Standorte und Alternativen für Kraftwerke", sagt WWF-Gewässerexperte Andreas Knutti. "Dafür müssen wir nicht den wertvollsten Alpenfluss zerstören." (mai)