„Grünes‟ Hochhaus ohne Klimaanlage

„Grünes‟ Hochhaus ohne Klimaanlage

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Teaserbild-Quelle: zvg
Der „Internationale Hochhaus Preis 2010‟ geht diesmal nach Bangkok. Mit ihrem Projekt „The Met“ gewinnt das Architekturbüro WOHA die prestigeträchtige Auszeichnung. Die Baumeister haben ein Wohnhochhaus entworfen, das Dank durchdachter Grünflächenplanung ohne Klimaanlage auskommen soll.
 
 
Er wurde zwar erst zum vierten Mal vergeben, hat sich aber in der Branche als renommierteste Auszeichnung im Hochhausbau durchgesetzt – „The International Highrise Award“. Das Finale der diesjährigen Austragung konnte das Büro WOHA für sich entscheiden und durfte die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung kürzlich in Frankfurt entgegen nehmen.
Das 230 Meter hohe Bauwerk „The Met‟ setzt einen innovativen grünen Akzent inmitten des dichten Bangkoker Innenstadtviertels Sathorn. „Die Idee ist, ein Hochhaus so zu öffnen, dass es inmitten einer Megacity nahezu buchstäblich atmet“, urteilte die Expertenjury unter Vorsitz von Spencer de Grey, Head of Design bei Foster + Partners, London, dem Gewinner des IHP 2008. Durch vorgelagerte, begrünte Balkons und in den Baukörper quer hinein geschnittene Freiräume zeichnet sich das Hochhaus durch eine sehr hohe Durchlässigkeit aus. Alle 370 Wohnungen werden allseitig belichtet und belüftet, was ein besonders nachhaltiges tropisches Wohnen ohne Klimaanlage ermöglicht. Diese sowohl ökologisch als auch ökonomisch äußerst effiziente Struktur dürfte, so die Jury, „global richtungsweisend sein bei der Suche nach innovativen lokalen Entwurfsansätzen.” Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums und Mitglied der Jury, unterstrich: „„The Met‟ bietet ein reiches Angebot an Nutzungen, die das Wohnen in luftiger Höhe tatsächlich erstrebenswert machen.“ Projektentwickler des 2009 fertig gestellten Hochhauses ist Pebble Bay (Thailand) Co., Ltd., ein Tochterunternehmen des internationalen Hotelbetreibers und -entwicklers Hotel Properties Ltd. (HPL), Singapur.
 

Ausstellung würdigt weitere Hochhausprojekte

Neben dem diesjährigen Gewinner wurden auch die übrigen vier Finalisten-Gebäude geehrt sowie die besondere Auszeichnung für technologische Innovation vergeben. Eine Anerkennungsurkunde erhielten das 262 Meter hohe Wohnhochhaus Aqua Tower (Chicago) von Studio Gang (Chicago), der 828 Meter hohe Burj Khalifa (Dubai) von SOM (Chicago), das 492 Meter hohe Shanghai World Financial Center (Shanghai) von KPF (New York) sowie das 203 Meter hohe Berufsfachschulzentrum Tokyo Mode Gakuen Cocoon Tower (Tokio) von Tange Associates (Tokio). Der Burj Khalifa erhielt zudem die besondere Anerkennung für technologische Innovation aufgrund zahlreicher Neuerungen auf dem Gebiet der Baukonstruktion und der Aufzugtechnik. Beides werde nach Ansicht der Jury künftig den Hochhausbau weltweit maßgeblich beeinflussen.
 
Die Ausstellung „Best HighRises - Internationaler Hochhaus Preis 2010“, die das Deutsche Architekturmuseum wegen eines Umbaus vom 6. November 2010 bis 16. Januar 2011 im benachbarten Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt, würdigt den Preisträger sowie die vier weiteren Finalisten und präsentiert das breite Spektrum der insgesamt 27 nominierten Projekte.