Grosssägerei droht Konkurs

Grosssägerei droht Konkurs

Gefäss: 
Das Bündner Parlament hat gestern Dienstag einen Kredit von 6,75 Millionen Franken für das Sägewerk im bündnerischen Domat/Ems hauchdünn verworfen. Jetzt bereiten die österreichischen Besitzer Mayr-Melnhof den Konkursantrag des Unternehmens vor.
 
Eine Hintertür lässt sich Mayr-Melnhof allerdings offen und überprüft darum nun eine altenerative Finanzierung. Wie Mayr-Malnhof mitteilt, entschied der Verwaltungsrat, bis Anfang nächster Woche eine revidierte Bilanz und denKomkuranstrag der Sägerei vorzubereiten.
 
Der Kreditantrag war gestern vom Kantonsparlamente mit einem äusserst knappen Mehr abgelehnt worden. Für die Abfuhr hatten mehrheitlich die FDP und die SP gesorgt. Während die Freisinnigen die Subventionierung des Werks für ordnungpolitisch falsch hielten, hatte die SP hat das Vertrauen in das Unternehmen verloren. Sie glaubt nicht an eine erfolgreiche Rettung der angeschlagenen Sägerei. Die österreichischen Besitzer hatten vor der Behandlung von zwei Kreditvorlagen im Parlament betont, falls der Kantonsbeitrag von 6,75 Millionen Franken an ein Pelletswerk für den Neustart des Unternehmens abgelehnt werde, gehe das Sägewerk in Konkurs. Kommt es nun tatsächlich so weit, verlieren 130 Angestellte ihre Arbeit. Bei Mayr-Melnhof ist man "betroffen" über den Entscheid des Kantonsparlamentes.
 
Das Rettungspaket des Kantons im Gesamtumfang von rund 40 Millionen Franken hat die Öffentlichkeit in Graubünden rund einen Monat lang beschäftigt. Stark engagiert hatte sich der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel (BDP), zuerst bei der Ansiedlung der Grosssägerei, dann bei der Neuausrichtung des Unternehmens. Die Ablehnung des Kredits ist für Trachsel kein Grund für einen Rücktritt. Das Parlament habe ja nicht die Regierung angegriffen, sagte Regierungsrat Trachsel gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

7,5 Millionen Franken bewilligt

Ebenfalls knapp war die Abstimmung über den Kredit von 7,5 Millionen Franken an ein Anreizsystem für langfristige Lieferverträge mit Holzproduzenten ausgegangen. Der Antrag war nur äusserst knapp angenommen worden. Baudirektor Stefan Engler hatte an den Rat appelliert, dem Kredit zuzustimmen. Es gehe um ein Signal an die Waldwirtschaft. Die Regierung wolle für eine Übergangsfrist von drei Jahren Anschubhilfe für Rundholz leisten. Die Holzproduzenten bekämen dadurch eine Absatzgarantie. Und vielleicht gebe es doch noch eine Möglichkeit, dass die Grosssägerei in Domat/Ems weiter betrieben werde. (mai/sda)