Grosses Bauvolumen bis 2015?

Grosses Bauvolumen bis 2015?

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Während der KOF-Konjunkturbarometer im Juli eine leicht sinkende Tendenz verzeichnet hat, geben sich die meisten Prognose-Institute für die Schweizer Wirtschaft verhalten positiv. Für die Bauwirtschaft bleibt die Entwicklung gemäss Bauindex Schweiz mit einem Plus von 3% zum Vorjahresquartal weiterhin im grünen Bereich. Dies geht aus der Metaanalyse von Fahrländer Partner hervor.

Die neueste Metaanalyse Konjunktur August 2014 von Fahrländer Partner stützt ihre Erkenntnisse auf alle wichtigen Indikatoren und Prognose-Institute. Der Anfang 2014 von allen Instituten prognostizierte dynamische Konjunkturverlauf findet nun eine etwas gedämpftere Beurteilung. Durchschnittlich wird für die Schweizer Volkswirtschaft ein Wachstum von noch +2,1% erwartet. Zudem bleibt mit +0,1% die Inflation praktisch bei Null.

Der Seco-Konsumentenstimmungsindex verharrt seit Anfang Jahr auf praktisch gleichem Niveau, während der UBS-Konsumindikator eine Beschleunigung beim Privatkonsum registriert und der PMI-Index der Credit-Suisseauf eine solide Industriekonjunktur verzeichnet. Weiterhin positiv entwickelte sich der Schweizer Aussenhandel, der in den ersten sechs Monaten bei den Exporten ein Plus von +2,7% und bei den Importen von +1,0% generierte.

Verhalten positiv für alle Bausparten

Der Bauindex Schweiz von CS und SBV glänzt weiterhin mit einem soliden Wachstum, gegenüber dem Vorquartal mit +2,1% und dem Vorjahresquartal mit +3,0%. Die positive Industriekonjunktur findet ihre Entsprechung in der Indexkomponente Wirtschaftsbau mit einem (unerwarteten) Wachstumssprung von +10%. Dagegen stabilisierte sich der Wohnungsbau auf hohem Niveau. Auch für die zweite Jahreshälfte werden stabile Umsätze erwartet. Eine weiterhin positive Entwicklung der Volkswirtschaft, tiefe Zinsen und die nach wie vor anhaltende Zuwanderung dürften auch noch für 2015 für eine moderat positive Entwicklung von der Bauwirtschaft sorgen.

Divergierende Preisentwicklung bei Wohnimmobilien

Wie aus der Metaanalyse Immobilien von Fahrländer Partner weiter hervorgeht, haben die Preise für Wohneigentum gegenüber dem Vorquartal gesamtschweizerisch um –1,1% nachgegeben - und das besonders deutlich im tieferen und mittleren Preissegment in den Hot-Spots Genfersee und Zürich. Hier dürfte sich bereits das restriktivere Verhalten der Banken bei Hypothekenvergaben bemerkbar machen. Bei Einfamilienhäusern legten die Preise im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um +1,1% zu. Darin enthalten sind die für EFH im oberen Preissegment seit einiger Zeit stagnierenden Preise. Immer noch positiv mit +0,6% entwickelten sich die Preise für Mehrfamilienhäuser.

Gemäss Preiserwartungsindizes HEV-FPRE erwarten die im zweiten Quartal befragten 699 Immobilienmarktexperten für die nächste Zeit eher stabile bis leicht rückläufige Wohneigentumspreise. Auch hier wird eine verschlechterte Stimmung am Genfersee und in der Region Zürich konstatiert.

Büroflächen: Stabilisierung auf tiefen Niveau?

Ob die von einigen Immobilienmarktexperten erwartete Stabilisierung auf tiefem Niveau Wunschdenken bleibt, wird sich weisen. Eine Mehrheit erwartet weiterhin sinkende Preise. Das voraussichtlich noch anhaltende tiefe Zinsniveau hat immerhin einen positiven Effekt auf die Tragbarkeit magerer Renditen bei den Geschäftsliegenschaften.

Zunehmende Regulierung verstärkt Unsicherheit

Die Selbstregulierung der Banken mit reduzierten Amortisationsfristen für Zweithypotheken werden Anfang September in Kraft treten. Sie dürften zu monatlich höheren Belastungen führen und dazu, dass sich die einen oder anderen Interessenten für Wohneigentum diesen Schritt nochmals überlegen könnten. Trotzdem kann diese Selbstregulierung noch als moderat und für den Markt tragbar bezeichnet werden.

Viel einschneidender dürften sich Restriktionen beim Vorbezug von 2.-Säule-Kapital für den Eigenheimkauf auswirken. Sollte der Vorbezug von Pensionskassengeld als Eigenkapital für den Kauf von Wohneigentum stark eingeschränkt oder gar verunmöglicht werden, würde dies vor dem Inkrafttreten solcher Massnahmen zu einer forcierten Nachfrage mit entsprechenden Preissteigerungen und, nach dem Inkrafttreten zu einem Preiszerfall führen. Es bleibt zu hoffen, dass es hier nur bei diesen Gedankenspielen bleibt und auf eine solcherart "hausgemachte" Erschütterung des Immobilienmarktes verzichtet wird. (mai)