„Grösster Terminal zwischen dem Ruhrgebiet und Mailand“

„Grösster Terminal zwischen dem Ruhrgebiet und Mailand“

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Am Basler Rheinhafen Kleinhüningen soll ein Gross-Containerterminal mit neuem Hafenbecken und ein neues Stadtquartier entstehen. Dies sieht eine Entwicklungsstrategie vor, die die Basler Regierung und die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) vorgelegt haben.
 
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Die Uferstrasse, wie sie in zwei Jahren aussehen könnte.
 
Die Hafenlogistik beim Basler Dreiländereck soll neue Standorte für einen effizienteren Umschlag mit Bahn und Strasse erhalten. Diese spannende Ausgangslage schaffe Raum für die Entwicklung eines neuen, gemischt genutzten „Hafenquartiers“ an bester Lage am Rheinufer, schreiben der Basler Regierungsrat und der Schweizerischen Rheinhäfen in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Jetzt liegen erste Ideen für die Entwicklungsstrategie des Gebietes vor. In einem nächsten Schritt will man die Entwicklung mit den Betroffenen abstimmen. Inolviert sind hierbei insbesondere die SBB und die Deutschen Bundesbahnen, der Bund, die Hafenbetrieben, die umliegenden Quartiere sowie die Nachbargemeinden Huningue und Weil am Rhein. Gebündelt werden sollen die planerischen Ideen schliesslich in einem Stadtteilrichtplan. Dazu sowie zur kurzfristigen Öffnung des Klybeckquai für den Langsamverkehr soll der Grosse Rat noch 2010 eine Vorlage erhalten.
 
Die Strategie soll einerseits die Modernisierung der über 80jährige Hafenstruktur ermöglichen und andererseits die Aufwertung des Rheinufers. Dies erklärten die Regierungsräte Christoph Brutschin und Hans- Peter Wessels sowie SRH-Direktor Hans-Peter Hadorn vor den Medien. Die strategischen Ziele sind auf die kommenden 19 Jahre ausgerichtet. Denn Ende 2029 laufen die Baurechtsverträge der Hafenlogistik-Betriebe auf der Westquai-Insel aus, die das Hafenbecken 1 als den ältesten Hafenteil vom Rhein trennt. Des Weiteren soll bis 2012 das Tanklager der Migrol am rheinaufwärts anschliessenden Klybeckquai rückgebaut werden.

Kultur und Wohnen am Hafen

Am frei werdenden Ufer strebt die Regierung für die Zukunft ein Hafenquartier mit einem „Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen, Bildung, Kultur und Freizeit“. Die Betriebe auf der Westquai-Insel sollen Ersatzstandorte näher zu Bahn und Autobahn oder in Weil (D) und Hüningen (F) erhalten. Das Hauptaugenmerk der Hafenplanung liegt dabei auf der zurzeit grösstenteils brach liegenden Fläche des früheren badischen Rangierbahnhofs östlich des Hafens. Diese sieht die Regierung im kantonalen Richtplan als Standort für eine Umschlagsdrehscheibe im kombinierten Verkehr auf Wasser, Schiene und Strasse vor. Gemäss den Ideen, die drei international besetzte Planerteams erarbeitet haben, soll dort ein neues, drittes Hafenbecken und ein Containerterminal Platz finden. Der Containerterminal würde laut SRH-Direktor Hadorn auf der Nord-Süd-Achse "der grösste Terminal zwischen dem Ruhrgebiet und Mailand". Des Weiteren will man den Bahnhof der Hafenbahn, derzeit noch am Klybeckquai, dorthin verlegt. Die Kapazität des Hafens wäre mit 50'000 TEU (Standardcontainer) pro Jahr doppelt so hoch wie jene der aktuellen Anlagen im Rheinhafen. Das neue Hafenbecken wäre deutlich kleiner als die bisherigen, es könnten dort täglich zwei Schiffe „gelöscht“ – oder vielmehr entladen - werden. Die kurzen Wege zwischen Schiff, Bahn und Strasse erbrächten zudem Zeitgewinne.
 
Die Schweizerische Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) hat heute Montag verhalten positiv reagiert: In einer Mitteilung unterstützt sie die Konkretisierung der Ideen, will die weitere Entwicklung aber aufmerksam beobachten. Die Hauptforderung der Hafenwirtschaft, kein Wegfall vom Umschlagsflächen ohne geeignete Alternativen, scheine erfüllt. (mai/sda)
 

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