Grösste Baustelle der Schweiz ist Geschichte

Grösste Baustelle der Schweiz ist Geschichte

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Drei Jahre lang war das neue Logistikzentrum von Coop in Schafisheim (AG) die grösste private Baustelle des Landes. Jetzt ist der Betrieb der fertigen Anlage aufgenommen worden.

Mehr als 600 Millionen Franken hat Coop für seinen neuen Logistikstandort im aargauischen Schafisheim ausgegeben – und hat damit gleich mehrere Rekorde geschaffen, wie es in einer Mitteilung heisst: die grösste private Baustelle der Schweiz, die grösste Bäckerei des Landes und der grösste Logistikstandort, den der Detailhändler betreibt. Ausserdem wird der Komplex als erster Industriestandort seiner Art die Minergie-Zertifizierung erhalten. Entsprechend stolz war denn auch Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Coop, an der gestrigen Einweihungsfeier. „Wir graben tief, damit Grosses entsteht. Das war vor drei Jahren beim Beginn des Baus unser Motto. Nun ist tatsächlich Grosses entstanden.“

In der Tat: Auf mehreren zehntausend Quadratmetern vereint der neue Logistikstandort drei zentrale Funktionen: Grossbäckerei, nationale Verteilzentrale für tiefgekühlte Waren und regionale Verteilzentrale für den Raum Zürich, die Nordwest- und die Zentralschweiz. Insgesamt arbeiten am neuen Standort 1900 Angestellte – 1000 Stellen hat Coop laut Mitteilung neu geschaffen. Allein in der Bäckerei sind 600 Mitarbeiter damit beschäftigt, Backwaren zu produzieren – 60‘000 Tonnen sollen es pro Jahr sein.

Mit der Inbetriebnahme des Standorts Schafisheim will Coop nicht nur grössentechnisch, sondern auch ökologisch neue Massstäbe setzen – verfolgt die Genossenschaft doch die Vision, bis 2023 alle direkt beeinflussbaren Bereiche CO2-neutral zu betreiben. Deshalb werden vom neuen Areal so viele Waren wie möglich mit unbegleitetem kombiniertem Verkehr abtransportiert. Schon heute werden alle Tiefkühlprodukte, die weiter als 90 Kilometer unterwegs sind, per Bahn gefahren. Lastwagen kommen nur noch auf den allerletzten Kilometern zur jeweiligen Verkaufsstelle zum Einsatz. Das soll so bleiben und gar noch verbessert werden.

Auf dem riesigen Areal befindet sich ausserdem eine Biomasse-Heizzentrale, die die Öfen der Grossbäckerei mit Energie versorgt. Sie braucht pro Jahr etwa 20 Gigawattstunden an Wärme und Dampf. 70 Prozent davon stammen aus der Verbrennung von Biomasse, die aus Holzschnitzeln und Nebenprodukten bestehen. Letztere stammen aus dem eigenen Müllereibetrieb von Coop, der Swissmill.

Auf dem Dach des Hochregallagers der regionalen Verteilzentrale und der Bahnhalle ist ausserdem eine Photovoltaikanlage installiert worden. Sie liefert rund 250‘000 Kilowatt Strom pro Jahr für die Logistikzentrale. (pd/mt)