Grenzüberschreitendes Wasserkraftwerk

Grenzüberschreitendes Wasserkraftwerk

Gefäss: 

Im oberen Inntal wird ein grenzübergreifendes Wasserkraftwerk gebaut. Es soll dereinst 90‘000 Haushalte mit Strom versorgen und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Engadiner Kraftwerke, des österreichischen Stromunternehmens Verbund und der Tiwag-Tiroler Wasserkraft AG. Heute fand der Spatenstich statt. – Laut den Investoren ist es das grösste Projekt dieser Art, welches in den letzten Jahren im Alpenraum realisiert wurde.

Dazu wird an der schweizerisch-österreichischen Grenze bei Tschlin GR ein 2,5 Kilometer langer Stausee mit einer 15 Meter hohen Mauer angelegt. Von hier fliesst das Wasser über einen 23 Kilometer langen Druckstollen zum Kraftwerk Prutz auf Tiroler Seite, wo die Wasserkraft in Strom umgewandelt wird. Daneben gehören laut der Website zum Projekt Renaturierungsmassnahmen dazu, etwa Fischerwanderhilfen. Neue Schutzvorkehrungen  gegen Lawinen und Hochwasserschutzmassnahmen sind ebenfalls Teil des Bauvorhabens. – Heute fand der Spatenstich zum 530 Millionen Franken schweren Projekt in Prutz statt. Bereits im 2018 soll es den Betrieb aufnehmen.

Das neue Kraftwerk soll dereinst auf eine jährliche Stromproduktion von 400 Millionen Kilowattstunden bringen. Dies entspricht etwa 90'000 Haushalten oder dem rund zweifachen Stromverbrauch der Stadt Chur.

Neu ist die Idee eines solchen Kraftwerks nicht. Pläne für ein derartiges Projekt gibt es schon lange: So hatte man 1943 ein schweizerisch-österreichisches Innwerk, welche den Fluss zwischen Scuol und bis kurz vor Finstermünz hätte nutzen sollen als Teil eines Gesamtplanes für den Ausbau der Engadiner Wasserkräfte projektiert. Vorgesehen waren neben dem Innwerk ein schweizerisch-italienisches Werk, das den Spöl hätte nutzen sollen, sowie zwei kantonale Anlagen. Wegen des Krieges konnten die internationalen Projekt nicht weiter verfolgt werden. Zudem war das Innwerk auf viel Ablehnunng bei der Bevölkerung gestossen, weil es den Bau eines Stausees im Unterengadin erforderte. (mai)

Website zum Projekt: www.gemeinschaftskraftwerk-inn.com