Grenzenloses Flanieren und Spazieren

Grenzenloses Flanieren und Spazieren

Gefäss: 
Den Rhein entlang nach Frankreich spazieren – der geplante Rheinuferweg vom St. Johanns-Park bis zur französischen Gemeinde Hunigue soll es möglich machen. Mit der Realisierung wird voraussichtlich in rund zwei Jahren begonnen. Der Bund unterstützt das Projekt finanziell.
 
Gleich zwei Wege sollen künftig entlang des heutigen Hafens St. Johann zur französischen Grenze führen: Der "Bermenweg" rund einen Meter oberhalb des Wassers ist den Fussgängern vorbehalten. Mit einem weiter oben gelegenen Promenadenweg will man auch Velofahrern, Skateboardern oder Joggern Platz bieten. Die Basler Regierung hat dem Grossen Rat eine entsprechende Vorlage unterbreitet.
 
Nach der Grenze planen die französischen Behörden eine Fortsetzung des Rheinweges nach Hunigue F. Die Realisierung der beiden Rheinuferwege geht auf eine Grundsatzvereinbarung zwischen dem Kanton Basel-Stadt und Novartis aus dem Jahr 2005 zurück. Der Pharmakonzern hatte die Hafenparzellen St. Johann vom Kanton erworben und realisiert auf dem Gelände seinen Campus. Mit den Rheinuferwegen erfülle Basel- Stadt nun einen wichtigen Teil der Abmachung, heisst es dazu in der Medienmitteilung der Regierung.

Schwimmer und Biber

Gestützt auf die Vereinbarung schrieben die beiden Parteien zwischen Herbst 2006 und Frühling 2007 die Neugestaltung des Uferabschnitts als Wettbewerb aus. Das Siegerprojekt kommt aus Zürich: Das Konzept "Undine" ist eine Koproduktion der Hager Landschaftsarchitektur AG, Durrer Linggi Architekten sowie der Ingenieurbüros Beat Roggensinger und Staubli Kurath & Partner. Der Entwurf passe auch zum künftigen Novartis-Campus-Park, schreibt die Basler Regierung. Natursteinmauern, Rasen- und Wiesenböschungen würden in die Uferwege einbezogen. Die Spaziergänger sollen sich wohlfühlen: Sitzbänke, Bäume, Trinkbrunnen und ein öffentliches WC sind eingeplant. Für die Rheinschwimmer wollen die Planer bei den Ausstiegen Duschen bei der Ufermauer Mauer einbauen.
 
Mit den Rheinwegen verbindet die Regierung auch ökologische Ziele: Auf dem Uferabschnitt diene der Rhein künftig als Wanderkorridor für Pflanzen und Tiere. So sollen etwa die Vorkommen des Bibers im Elsass, am Hochrhein und am Baselbieter Fluss Ergolz vernetzt werden. Allerdings haben solche ökologischen Begleitmassnahmen das Projekt nachträglich verteuert: Anstatt wie geschätzt 21 Millionen Franken kosten die beiden Rheinuferwege heute 28 Millionen. Für die Mehrkosten werden ausserdem die Bauteuerung und die nachträglich beschlossene Anbindung an den St. Johanns Park verantwortlich gemacht.
 
Der Kanton Basel-Stadt erhält voraussichtlich finanzielle Unsterstützung aus Bern: Die Regierung hatte einen Antrag zur Mitfinanzierung über den Infrastrukturfonds eingereicht. Der Bund stellte vier Millionen Franken in Aussicht.

Arbeitsstopp wegen Rekurs

Allerdings liegt noch der eine und andere Stein auf dem Weg zur Spaziermeile entlang des Rheins: Der Hafen St. Johann müsse zuerst von Gebäuden, Infrastrukturanlagen und Bodenverunreinigungen frei geräumt werden, schreibt die Regierung. Zudem müssten Archäologen die wichtigen Flächen der ehemaligen Keltensiedlung untersuchen.

Ursprünglich war der Beginn des Hafenrückbaus und der Bodensanierung für Mitte Januar 2010 angesetzt gewesen. Aufgrund eines Rekurses sind die Arbeiten seither ausgesetzt. Rekurriert wurde damals gegen die Vergabe der Baumeisterarbeiten von einem der mitbewerbenden Unternehmer, seither sind die Bauarbeiten ausgesetzt. Das Verwaltungsgericht der Stadt Basel, das die aufschiebende Wirkung des Rekurses bestätigt hatte, habe den Rekurs kürzlich abgewiesen, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Kantons Basel Stadt. In der Zwischenzeit würden die Vorarbeiten wie die PCB- und Asbestsanierung der Gebäude durchgeführt sowie die archäologischen Grabungen wieter vorangetrieben, da diese Arbeiten nicht Gegenstand des Rekursverfahrens sind. (mai/sda)