Gotthard-Strassentunnel: Thermoportal in Göschenen

Gotthard-Strassentunnel: Thermoportal in Göschenen

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Nachdem sich das Thermoportal auf der Südseite des Gotthardstrassentunnels während der vergangenen zwei Jahre bewährt hat, nimmt nun Ende Monat auch in Göschenen eine solche Anlage den Betrieb auf: Fährt ein überhitzter LKW unter dem Portal hindurch, wird ein Alarm ausgelöst. Dies soll helfen Brände zu verhüten.

Die Einrichtung am Nordportal befindet sich  bereits seit Dezember in der Testphase. Ab Ende Januar geht sie definitiv und offiziell in Betrieb.

Mittels Lasersignalen misst die Anlage zunächst die Aussenmasse des Lastwagens. Dann werden über Infrarotkameras die Temperaturen der einzelnen Motorfahrzeuge anschliessend werden mit Infrarotkameras die Temperaturen der einzelnen Fahrzeugteile festgestellt. Ist ein Lastwagen überhitzt, wird er aus dem Verkehr gezogen.

Die grösste Gefahr in einem Strassentunnel entstehe, wenn ein Fahrzeug zu brennen beginne, schreibt das Astra dazu in seiner Medienmitteilung.  Dies zeigte sich auf tragische Weise 2001 im Gotthard-Strassentunnel gezeigt: Weil ein Lastwagen brannte, starben elf Menschen. Häufigste  Ursache für Fahrzeugbrände bei Lastwagen sind Überhitzungen an den Motoren, Bremsbelägen oder den Abgasanlagen.

Dank der Massnahmen, die nach der Brandkatastrophe von 2001 ergriffen worden seien, ist der Tunnel laut Astra zwar deutlich sicherer geworden. Dennoch gab es seither 147 Unfälle, bei denen zehn Menschen um Leben kamen. Da es im Tunnel nach wie vor Gegenverkehr gibt, bleibe die Gefahr von Frontal- und Streifkollisionen vorhanden, heisst es weiter. Das Astra verweist darauf, dass darum heute neue Tunnel auf verkehrsreichen Strecken in ganz Europa richtungsgetrennt gebaut werden müssen. Bundesrat und Parlament hätten sich unter anderem aus diesem Grund im Rahmen der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels für den Bau einer zweiten Röhre entschieden

Die beiden Thermoportale kosten zusammen rund drei Millionen Franken. Der jährliche Betrieb beläuft sich auf rund 600‘000 Franken. Betrieben werden die Portale von der Schadenwehr Gotthard. (mai/mgt)